die Bühne ging. Die berühmte Sängerin Vittorio Tcsihob diese Aufführungen zum Entzücken oller Hörer.Händel reiste nun noch noch Nom und Neopel, com-ponirte fortwährend, knüpfte die ongenehmsten Bekonnt-schostcn mit den größten Tonkünstlern Jtoliens on, undkehrte erst noch 6 Johren, mit Ruhm gekrönt und miteinem gefeierten Nomen, noch Dcutschlond zurück. Erwondte stch noch Honnvoer, wo der Kurfürst ihn miteiner Besoldung von 1800 Theilern einstellte und zuseinem Kopellmcistcr crnonnte, olS Stcffoin, der ouseinem tüchtigen Musiker ein nicht minder tüchtiger Di-plomot wurde, die vor Händel bekleidete Stelle nieder-legte. Mit ttrloub von seinem Gebieter ging Händel 1710 noch London , componirtc dort die Oper «Rinoldo»,verweilte ein Johr in London und wor ouch noch seinerRückkehr noch Honnovcr unonSgcsetzt musikolisch thätig,doch übte London ouf dos Gemüth deS begeistertenKünstlers eine so mächtige Anzichungskroft, doß erobcrmolS um ttrloub zu einer Reise noch Englondnochsnchte. Er erhielt ouch dicseir, und blieb nunDentschlond für immer entzogen, zumol sein Gebieterols Georg l. den Thron von Englond bestieg und obschon eine Verstimmung ftottgefunden hotteHändel jetzt einen Geholt von 400 Pf. Sterling ous-setzte, ihn ouch mit einer Zulogc von noch 200 Pfundzum Mustklehrer der königl. Prinzen crnonnte.

Die gewöhnliche» Cobolen, welche Englond odervielmehr London stets den deutschen Künstlern ent-gegenstellen, besiegte Händel onfongs mit Leichtigkeit,denn nicmond erreichte ihn oder kom ihm gleich, ge-schweige doß ein nndcrer ihn übcrtroffen hätte; oberdennoch blieb sein Leben nicht ohne verbitternde Kämpfe,die ihm eifersüchtige itolienische Componistcn, eigensinnigewälschc Sängerinnen und eingebildete räukcvolle Sängerbereiteten. Unter ven ersteren und letzteren zumol worengroße Nomen, Porporo, der gefeierte Componist, Hoydn'sLehrer, und der unübertreffliche Formell! (Corlo Broschi)und diese Kämpfe zogen Händel nicht nur Verluste desVermögens, sondern selbst Trübungen des Geistes zu,weil eS ihm nicht gclong, sich ou der Spitze einerOpcrnunternehmung, betitelt: Königliche Acodemieder Musik, zu behouptcn. Er bckom sogor in Folgeder monnichfochen Aufregungen einen Schlogonfoll undmußte die Hülfe eines Heilbodes suchen. Händel wählteAochen, und die Quellen dieser ältest berühmten deut-schen Bäderstodt übten gleichsom on ihm ein Wunder.

Er genos und vermochte in einem feurigen, begeistertenOrgelspiel dem Urquell ollen Lebens seinen Donk ous-zuströmen. Händel kehrte noch London zurück und wordort immer »och, getrieben vom Geist des Schofsens,für die Bühne thätig, doch mit nur geringem Glück,wos nicht on seinen Werken, sondern in ondcrn äußernVerhältnissen log. Händel eomponirte nicht weniger ols45 Opern und 26 Orotorien, und letztere, denen erendlich und ousschließlich seine schöpferische Thätigkeitzuwondtc und von denen nomcntlich «Atholio», «Esther»,«Deboroh», dos «Aleronderfcst», «Soul », der «Mcs-sios», «Somson», neben vielen ondcrn herrlichen Ton-stücken, die Diomontcn in der Krone von Händel'sMeisterschoft bilden begründeten ihm den ewigenNochruhm, wenn dieselben ouch nicht gleich olle sichplötzlich glänzende Bohn brochen.

Im Winter 1742 onf 1745 erkronkte Händel vonneuem, holte sich wieder in den Hcilbrunnen von AochenGenesung, kehrte zurück und schuf obermols eine Reihebewunderter Werke, unter denen «Susonno», «Vcl-sozor», «Herkules», «Judos Mokkobäus», «Jephtho»,«Aleronder Belus», «Joseph», «Solvmon», die bedeu-tendsten bis ihn im Johre 1771 dos Unglück trof, omschworzen Stoor zu erblinden, welches er ocht Johre trug,bis er on einem Chorfreitoge im 76. Johre seines Altersvollendete. Händel's Choroktcr wor männlich, fest undentschieden, ober dobei wohlwollend, tief religiös undwohlthätig. Er wor einer der größten Meister imClovicrspiel; ouf der Orgel übertrof ihn keiner undnur wenige komen ihm gleich im spielen dieses erho-bcusten oller Instrumente, wie ouch ols Componistcnnur wenige on ihn hinonreichen, besonders im Ornto-rinm, do in der Oper der mnsikolische Geschmock demWechsel und den Zeitrichtungen mehr unterworfen ist.Händel's Chöre sind völlig unübertroffen.

Der unsterbliche Meister wurde in der Wcstminster-obtci begruben und ihm ein großes figurcnreichcs ollego-risches Mormormonumcnt errichtet. Viele Gedächtniß-feiern wurden dem Heros der Musik zu Ehren be-gnügen; jo noch in neuester Zeit wurde zu Fronk-furt o. M. ein fost vergessenes Werk Händel's: dosOrotorium «Allegro und Ponsioroso» von einem mu-sikolischen Vereine glänzend zur Aufführung gcbrochtund voll treuer Pietät dos Andenken on den Unsterb-lichen erneut.