Samuel Christian Friedrich Hahnemann.

Geb. d. 10. April 1755, gest. d. 2. Juli 1843.

Der berühmte Erfinder und Begründer der Homöo-pathie wurde zu Meißen, Sohn eines schlichten Por-cellanmalers, geboren, und benutzte erst die Stadt-dann die Fürstenschule seiner Vaterstadt zu seiner Aus-bildung, hatte aber mit Kränklichkeit viel zu kämpfen.Da die Mittel des Vaters es nicht erlaubten, denSohn, der sich durch rühmlichen Fleiß auszeichnete,fortstudiren zu lassen, so unterstützten die Lehrer denjungen fähigen Schüler, und es wurde dennoch möglich,daß Hahnemann 1775 nach Leipzig abging, um dortMedicin zu studiren. Er that dies unter fortdauerndemDruck der Dürftigkeit, fristete sich durck Stundengeben,ging, um eine Klinik zu besuchen, 1777 nach Wien,konnte aber auch dort nur 9 Monate wegen Geld-mangel ausdauern. Gleichwohl fand sein Streben undseine Begabung Anerkennung; der k. k. Leibarzt vonQuarin nahm Hahnemann in seinen besondern Schutz,beschäftigte ihn bei seinen Privatkranken, und dann be-rief der Gouverneur von Siebenbürgen, Baron vonBruckenthal, auf gute Empfehlung hin, ihn zum Leib-arzt und Bibliothekar in Hermannstadt. Dort boten

theils ärztliche Praxis, theils treffliche Sammlungendes Statthalters an Büchern und Münzen reiche Be-lehrung. Nach einem Aufenthalte von 2 Jahren zoges indeß Hahnemann doch wieder nach Deutschland zu-rück: er hörte noch einmal medicinische Vorlesungenin Erlangen, schrieb dort seine Inauguraldissertation,ging dann in das Mansfeldische und 1781 nach Dessau,wo er prakticirte, und sich viel mit Chemie und Phar-macie beschäftigte. Lange vorher, ehe xr mit seiner neuenHeilmethode und Hcilmittellehre auftrat, war er schonden Chemikern und Pharmaceuten Vortheilhaft bekannt,so z. B. durch die Erfindung eines salpetersauern Queck-silberpräparatcs, des nach ihm benannten ölercuriussolubilm Ilalinsmslini, und durch sein an sich brauch-bares Apothekerlerikon, darin er nur bei denPflanzennamen sich der Seltsamkeit bediente, verschiedeneNamen einer und derselben Pflanze in ein Wort zu-sammenzuziehen, was sehr häufig an das abgeschmacktestreifte. Hahnemann heirathete auch die Stieftochtereines Apothekers, wurde Physikus zu Gommern beiMagdeburg, fand sich aber daselbst nicht heimisch, und