1^

Einleitung.

der gemeinen Klugheit, die den Staat als eine Maschine betrachtet,deren Triebkraft der Egoismus und deren Leitung in der Willküreines Einzelnen gegeben sei. Um so stärker empfand man alsbaldanch das Unerträgliche des Systems der absoluten Monarchie, zu-mal da es sich damals gerade in Preußen von seiner bedenklichstenSeite offenbarte.

Friedrich der Große hatte erklärt, daß in seinem Staate jedernach seiner Fa?on selig werden könne; sein Nachfolger verlangte,daß man glaube und lehre, was Wöllner und Genossen für rechthielten. Zunächst richtete sich die Empörung gegen solche Forderung,und trotz der Rücksichtslosigkeit des absoluten Staates fanden sichvor allem uuter den Theologen der Universität Halle und unterden Geistlichen von Berlin mutige Männer, die im Widerstand be-harrten, bis die Regierung zurückwich. Aber auch der StaatFriedrichs des Großen selbst und die Art seines Regiments fandjetzt bei aller Bewunderung und Liebe scharfe Kritik. So priesE. M. Arndt in seinemGeist der Zeit" den Großen und Eiuzigen,fügte aber hiiM, daß der Sinn dieser Monarchie allem fremd seiwas teutsch heißt". Sie erdrücke das Lebeu des Volkes und imbesonderen die Bürger und Bauern. Vollends lächerlich aber seies, diesem HerrscherPatriotisch teutsche Jdeeu beilegen zu wollen".Dergleichen Worte und Wendungen habe Friedrich nur zur Verdeckuugseiner preußischen Sonderinteressen gebraucht, wie auch Richelieu undLouvois einst und wie jetztBonaparte und Talleyrand sein Knecht,und die teutschen Kurfürsten, seine Knechte, den Namen Tentschlandund Teutschlands Freiheit im Munde" führten. Sein höchsterZweckwar nicht die Ewigkeit und der Glanz des teutschen Namens,nicht das Ideal eines glücklichen und tapfereu Staates, sondern derGlanz, die Dauer, die Macht der Königsdynastie, welcher der Znfallden Namen König von Preußen gegeben hatte. Das branden-bnrgische Haus, die preußischen Adler sollten herrschen, sollten auchMillionen darum bluten und elend sein. Diese unkönigliche Sorgekümmerte den König nicht, die mag Gott verantworten, der dieKönige gemacht hat. Ein großer König kann nichts anderes denkenund thun, als alles so arbeiten und bereiten, daß gewaltige Königenach ihm herrschen können." Es ist das Geheimnis und der Trost