Wittgenstcin, Metternich und Friedrich Williclm III.

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ling Honneur et 8KNS Iiuinsur", und es war das Unglück

Preußens, daß er den Berliner Hof als das Feld für die Jagdnach den kläglichen Zielen seines Ehrgeizes wählte. Für daseigentliche Leben des preußischen Volkes und die Aufgaben despreußischen Staates in dieser Periode hatte er kein Verständnis,aber es charakterisiert Friedrich Wilhelm III., daß er gerade diesemuntergeordneten Menschen mehr Vertrauen schenkte, als irgendeinem der bedeutenden Männer in seinem Dienste oder überhauptirgend einem seiner Minister.

Schon als Vertreter Österreichs hatte Metternich über dennoch in den Erinnerungen des alten Reiches befangenen Königgroße Autorität, die der Verlauf der diplomatischen Verhandlungen181315 noch erheblich steigerte. Dazu kamen die persönlichenEigenschaften Metternichs , deren Oberflächlichkeit und Uuwahrheitder Köuig nicht durchschaute. Er ließ sich von ihm die Vorstellungbeibringen,daß die, welche eine feste und gesetzmäßige Ordnungder Dinge fordern, Ruhestörer seien, die Throne und Altäre um-stürzen wollten, daß es geheime Gesellschaften gäbe, die ihre Ver-zweigungen über den ganzen Erdkreis verbreiten, daß man sieüberwachen, sie durch Bayvuuette im Zaume halten müsse".Diese bittere Klage des Freiherrn vom Stein ans dem Jahre1816 findet ihre Ergänzung in seinem Urteil über die dentschenRegierungen:Sie lassen den rechtlosen Znstand, in dem wir seit1806 leben, sortdanern uud reizen und erhalten Univillen undErbitterung, sie stören die Entwickelung uud Fortschritte desmenschlichen Geistes und Charakters und sie bereiteu den Anarchistenden Weg zum allgemeinen Untergang."

Gleichsam den Beweis für dies harte Urteil Steins bietet dieArt und Weise, wie Metternich das Wartbnrgfest ausbeutete,um die Fürsten zu einer Verfolgung der akademischen Jugendund ihrer Ideale anzutreiben. Namentlich den Aachener Kongreß (September, Oktober 1818) wußte er hierzu zu benutzen, wobeiihn die Schmähschrift des Walachen Stourdza über die dcutscheuUniversitäten, die der russische Kaiser verteilen ließ, unterstützte.Durch diese ungerechte, vielfach geradezu sinnlose Verleumdung undVerfolgung steigerte sich die Aufregung der Jugend und zugleich