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Die Entwicklung der Einzelstanten 18151840.

Seine Sprache sei der Freiheit Talisman gewesen. Alleinvon alledein war nnter seinem Regiment in Hannover nichts zuspüren. Unzweiselhaft traf die SchmähschriftAnklage des Ministe-riums Münster vor der öffentlichen Meinung", welche Ende 1830erschien, darin das Richtige, daß sie Münster für die Zustände ver-antwortlich machte, die bis 1830 in Hannover Platz griffen, magman auch ihren Ton und einen erheblichen Teil ihrer Behaup-tungen verurteilen.

Unverantwortlich erscheint schon, daß er die Reorganisationin den ersten Jahren den Ministern von Bremer nnd von derDecken überließ, die beide der Aufgabe nicht gewachsen waren, vorallem Herr von der Decken nicht, der ganz in den Anschauungen des18. Jahrhunderts besangen war, ohne Verständnis für die Bedürf-nisse der neueu Zeit, und überdies durch seiu hohes Alter an jederenergischen Thätigkeit gehindert wurde. Der Schaden wurde aller-dings insofern wieder gut gemacht, als unter ihnen nnn der Ge-heimrat Rehberg den maßgebenden Einfluß gewann, ein Jugend-freund Steins von hervorragendem Talente, von dem noch inHannover lauge Zeit die Rede ging:N. N. war Minister unterGeheimrat Rehberg." Aber Rehberg hatte doch nicht freie Handund wurde schon 1821 durch die Adelspartei gestürzt, die durchihreu Führer Georg von Schele , einen Neffen Münsters, auf deuallgewaltigen Staatsmann großen Einfluß hatte, da Müusterim Grunde ähnlich dachte und zudem über die inneren Verhält-nisse Hannovers nur oberflächlich unterrichtet war. Man spottetein Hannover darüber und nannte ihn denMondminister". Abersein Wort entschied; denn bis 1820 regierte dem Namen nach dergeisteskranke Georg III.; nnd Georg I V. , der dann folgte, war einabgelebter Wüstling nnd zunächst durch den abscheulichen Ehebruchs-prvzeß gegen seine Gemahlin in Anspruch genommen, durch den erden Ekel aller sittlich empfindenden Menschen gegen sich auf-geregt hatte.

Ein Jahr nach jenem Prozeß besuchte er Hannover (10. Ok-tober 1821), und der unförmliche Mann mit dem roten, auf-gedunsenen Gesicht,der jeden Morgen ein großes Glas Brandytrinken mnßte, nm den Tag über zn leben", wnrde von der