287
Deutschen Zeitung mit Freimut die Regierung unterstützen sollte.So hoffnungsvoll sahen die Zeiten aus, daß Dahlmann anfangsglaubte, darauf eingehen zu können. Es war ein Glück für ihn,daß es sich zerschlug. Dr. Hermes, ein viel schmiegsamerer Mann,der dann einen ähnlichen Auftrag übernahm, machte die trübstenErfahrungen. Der Hochmut dieser Bureaukratie und ihre Knausereiwaren gleich unerträglich, und der Sommer dieser königlichen Gunstwar von kurzer Dauer. Bald hatte der König die Empfindung,seine Gnade sei mißbraucht und erneute die polizeiliche Allgewalt.Recht hatte ja niemand in seinen Augen, alles sollte Gnade sein.Die Rheinische Zeitung mußte sterben und manche andere Hoffnungmit ihr. Die Freunde einer maßvollen Reform senkten das Hauptoder sie schärften ihre Sprache, und der Lyriker Hoffmann vonFallersleben sang das böse Lied:
Ihr sollt nicht schmähen, sollt nicht schmollen,Ihr sollt nicht euren Fürsten grollen!Sollt ihnen Dank und Ehrfurcht zollen,Weil sie nur euer Bestes wollen!Zwar ist das Beste von der WeltVorläufig immer noch das Geld.
Das war grausamer Hohn, und andere Lieder, wie das Herbstliedeines Chinesen und das Lied über das Petitionsrecht:
Wenn wir an ein Versprechen etwa mahnen,Gesetzlich bitten, was wir fordern können,Da will man uns das Bitten auch nicht gönnen,Man weist uns ab mit kaltem Hohn zuletzt:Ihr habt die Form verletzt. —
waren mehr Leitartikel als Lieder. Die Regierung konnte sichsolche Sprache nicht gefallen lassen, aber indem sie Hoffmann seinerProfessur entsetzte, beseitigte sie seine Lieder nicht, sondern steigertenur ihre Wirkung, und der mundgerechte Refrain aus der Nado-wessischen Totenklage
Ist denn gar kein Weg,Ist denn gar kein Steg,Der uns führt aus dieser Sklaverei?
wird bei den politischen Festen und Ausflügen, die seit 1842 in