Staaten zu bewegen, bei der Erneuerung diejenigen Abänderungenzu genehmigen, die Preußen für notwendig hielt und die nament-lich durch den am 7. September 1851 abgeschlossenen Vertrag mitHannover notwendig geworden waren. Hannover hatte sich durchdiesen Vertrag verpflichtet, am 1. Januar 1854 in einen Zoll-verein mit Preußen und deu ihm verbundenen Staaten einzutreten,und es war dadurch dem Zollverein eine überaus glückliche Er-weiterung gesichert. Fortau erschien er wirklich als die wirtschaft-liche Einigung von Deutschland anßer Österreich , wenn auch immer-hin noch einige Gebiete fehlten.
Aber mehrere Staaten waren unzufrieden mit manchen Be-stimmungen des Vertrags, die Preußen verlangen mußte; namentlichdie mächtigeren fühlten sich überdies durch das politische Übergewicht,das der Verein Preußen verlieh, peinlich berührt, und Österreich benutzte diese Gelegenheit zu einem Versuche, den Zollverein zusprengen. Durch Verhandlungen mit Bayern , Sachsen, Württem-berg, Baden, Nassau und anderen Staaten, in denen namentlich diePflicht betont wurde, Österreich nicht als Ausland zu betrachtennnd die nationalen Beziehungen zu Pflegen, suchte Österreich denPlan eines allgemeinen, auch sein Gebiet einschließenden Zollvereinspopulär zu machen, obgleich jede nähere Unterhandlung zeigte,daß die wirtschaftlichen Verhältnisse großer Teile des österreichischenStaates von den deutschen Zuständen so vollständig verschiedenwaren, daß sich eine nutzbare Zollgemeinschaft nicht herstellen ließ.Deshalb empfahl Österreich daneben den anderen Plan, namentlichdie süddeutschen Negierungen zu bewegen, den Zollverein mitPreußen zu verlassen und statt dessen einen selbständigen Zoll-verein abzuschließen. Durch weitgehende finanzielle Zusagen undmehr noch dnrch die Mahnung, der preußische Zollverein sei nurein Deckmantel für die Erneuerung der in Olmütz gescheiterten,aber von den Mittelstaaten immer noch als die größte Gefahrihrer Selbständigkeit gefürchteten Uniouspolitik, suchten Österreichs Unterhändler die Staaten fortzureißen, und nicht ohne Erfolg. Am3. April 1852 versammelten sich Vertreter von Bayern , Sachsen,Württemberg, beiden Hessen nnd Nassau in Darmstadt zu einerKonferenz, um gemeinsame Schritte gegen Preußens Zollpolitik