Widersprechende Befehle. Nachod. Trautenan. 593

abmarschieren ließ, wurden die Abteilungen, die er bei Skalitzzurückgelassen hatte, um Steinmetz zu beobachten uud auszuhalten,von Steinmetz überwältigt. Da nun gleichzeitig Gablenz beiTrantenan den preußischen Garden erlag, so gab Krismaniö denMarsch an die Jser auf, befahl dem sächsischen Kronprinzen Gitschin zu verlassen und sich zu ihm zurückzuziehen, und brachte damitüber die tapferen Truppen unentrinnbares Verderben.

In ähnlicher Weise war der preußische Kronprinz auf seinemgefährlichen Marsche durch die wechselnden Befehle des österreichischenHauptquartiers begünstigt worden, und er hatte noch größere Er-folge errungen. Ans drei Straßen sahen wir seine Korps gleich-zeitig über das Bergland ziehen, das sich zwischen dem Niesen-gebirge und dem Glatzer Gebirge, die beide schwer zu überschreitensind, einschiebt. General Bonin zog mit dem 1. Korps von Liebaunach Trautenan, die Garde etwas südlicher, auf etwas längerenWegen durch das Braunauer Bergland, und General Steinmetznoch weiter südlich von Reinerz über Lewin nach Nachod, von wodie Straße über Skalitz nach Josefstadt führt. Alle drei hattenschwierige Wege, aber man durfte darauf rechnen, wenn der Feindder einen der drei Kolonnen überlegene Kräfte entgegenstelle, daßdann den anderen der Durchbruch gelingen werde. Steinmetz undBonin stießen beide am 27. Juni auf den Feind, Steinmetz beiNachod , Bonin bei Trautenan. Die Orte sind in der Luftlinienur einige Meilen voneinander getrennt, und zwar durch ein Berg-land, über das sich die Straße Braunau-Kosteletz-Eipel zieht, aufder die Garde anrückte. Sie konnte also beiden Abteiluugenzu Hilfe kommen, war aber um etwa einen Tagemarsch hinterihnen zurück.

Der siebzigjährige, im Garnisondienst alt gewordene Stein-metz entwickelte eine Zähigkeit und Umsicht, die den schwerstenProben gewachsen war, und siegte in einem wechselvollen und sehrblutigen Kampfe bei Nachod über das Korps des in jeder Be-ziehung hervorragenden Generals Namming. Die Österreicher ver-loren von 30800 Mann 5700, von denen nicht ganz 1000 un-verwundet in Gefangenschaft fielen; der Verlust der Preußenbetrng nur 1122 Mann: die Österreicher hatten also an Toten

Kaufmann, pol». Geschichte. 38