594 Der Kampf zwischen Österreich und Preußen und die Begründung :c.

und Verwundeten das Vierfache verloren. Der Grund lag nichtbloß in der Überlegenheit des Zünduadclgewehrs, sondern mehrnoch darin, daß die Österreicher den Gegner durch rücksichtslosesVorstürmen in Masse zu brechen suchten. Die Österreicher kanntennur eine Form des Angriffs, den Frontalsturm, nur eineMethode, die Stoßtaktik".

Um dieselbe Zeit wurde Bouins Korps in und bei Trautenanvon Gablenz, der im dänischen Kriege Preußens hochgeschätzterKampfgenosse gewesen war, geschlagen und über die Grenze zurück-getrieben. Aber auch der Sieger Gablenz hatte schwere Verlusteerlitten und wurde Tags darauf, am 28. Juni, von der preußischenGarde fast auf demselben Schlachtfelde, das auch nach Bnrkersdorfuud Soor benannt wird, vollständig geschlagen. Der Kronprinzstand während dieses Kampfes am 28. Juni mit seinen: Stäbeans einer Hohe bei Kosteletz, wo sich die Straße teilt und nördlichnach Trauteuau, südlich nach Skalitz zieht, und sah, daß an beidenOrten gefochten wnrde. Am meisten bedroht schien Steinmetz, derbei Skalitz kämpfte und, wie man glaubte, gegen eine große Über-macht. Das wäre auch der Fall gewesen, wenn nicht Krismaniödurch jene Planmacherei und verwirrenden Befehle die Gefahr fürdie Preußen beseitigt hätte; denn am Morgen des 28. Juni warenbei Skalitz gegen 70 000 Österreicher vereinigt, denen nur 30 000Prenßen gegenüberstanden, die sich, unter Steinmetz kühn, abervorsichtig vordringend, ans den Defileen herauswanden.

Benedek war selbst zur Stelle: die Soldaten empfingen ihn mitJnbelgeschrei; sie fühlten, daß der Augenblick einer großen Ent-scheidung gekommen sei, daß sie jetzt nur einen Führer brauchtengerade wie Benedek war, und Benedek fühlte das sicher auch; aber erglaubte sich überwinden zu müssen nnd zu thun, was Krismaniöempfahl. Krismauiö aber wollte nicht bei Skalitz, sondern an der Jserschlagen. Drei Tage vorher hätte dieser Plan große Erfolge habenmögen, jetzt zersplitterte er die zum Siege vereinigten Strcitkräftennd lieferte sie einzeln dem Verderben aus. Das Gefühl davou,daß dergleichen drohe, war stark verbreitet. Mehrere hvhe Offizieresprachen offen ihre Bedenken aus und baten darum, den Feind zufassen, den man vor sich habe. Krismaniö wies sie zurück: den