Lgy Der Kampf zwischen Österreich und Preußen und die Begründung ?c.

Vortrag Bismarcks zuletzt so erregt und blieb so fest auf seinerMeinung, daß es schmachvoll sei, nach solchen Siegen sich mit somäßigen Bedingungen zu begnügen, daß Bismarck hoffnungslosin sein Zimmer zurückkehrte und den Gedanken erwog, den Königzu bitten, ihn als Minister zu entlassen nnd ihm zu gestatten, alsOffizier in sein Regiment einzutreten. Da hat der Kronprinz ver-mittelt und den Vater zur Nachgiebigkeit bewogen, der denn auchrasch das Gleichgewicht seiner Seele wiederfand und die Größedes Erreichten würdigte. Als er am 28. Juli in Nikolsburg dieFriedenspräliminarien unterzeichnete, wurde er von Rührung über-mannt, sprang auf, und unter Thränen und bewegten Worten desDankes umarmte und küßte er erst Bismarck , dann Roon undMoltke. Zwei Tage vorher, am 26. Juli, waren die Bedingungendes Präliminarfriedens vereinbart worden, und es war dabei nochzu einem merkwürdigen Vorgange gekommen. In dem Augenblicke,da Bismarck die Urkunde unterzeichnen wollte, erschien Benedettinnd erklärte, daß Frankreich für seine Zustimmung dazu, daßPreußen sich durch erhebliche Annexionen vergrößere, eine Ent-schädigung erwarte, und deutete an, daß diese Entschädigung aufdein linken Rheinufer zu suchen sei. Bismarck ließ ihn nicht aus-reden, sondern bat ihn darüber ein andermal zn sprechen, undunterzeichnete den Vertrag, der den Frieden mit Österreich begründete.

Als dann Benedetti am S. August von neuem die Abtretungrheinischer Gebiete, namentlich auch mit Einschluß von Mainz forderte, da drohte Bismarck, wenn Frankreich deutsches Gebietfordere, so werde er sich sofort mit Österreich einigen uud dauu mitÖsterreich zusammen Frankreich angreisen und das Elsaß nehmen.In ähnlicher Weise wußte er auch später die französischen Forderungenzurückzuweisen, und darin war König Wilhelm gleich entschieden.

Unter dem Drucke dieser französischen und bald auch rus-sischer Einmischungen, und dann noch einmal unter Verwicklungen,die den Krieg zwischen Österreich und Italien von neuem zu ent-zünden drohten, wurden die großen Entschlüsse gefaßt, durch diedann der Friede mit Österreich und mit den süddeutschen Staatenzustande kam. Bei den Verträgen mit den süddeutschen Staatenging BiSmarck ebenfalls von dem Grundsatz aus: keine Land-