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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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!;g Erster Teil. ?ic Finanzcu Rußlands und Japans vor dem Kriegsausbruch.

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Gelder eine Bardeckung von 72,8 v. H., dasselbe Deckuugsverhältnis,wie es bei der Bank von Frankreich bestand, während die Neichsbanknur eine Deckung von 52,3 v. H,, die Bank von England gar nur einesolche von 43,W v. H. aufzuweisen hatte.

Nirgends treten die Erfolge der russischen Finanzpolitik derletzten zwei Jahrzehnte deutlicher in Erscheinung als in der breitennnd soliden Währungsgrundlage, mit der Nußland in den Kriegeingetreten ist.

Volkswirtschaftliches.

Freilich kann die finanzielle Situation eines Staates gründlichnur beurteilt werde» im Zusammenhang mit seinen wirtschaftlichenVerhältnissen. Insbesondere gegenüber Rußland ist oft genug demGedanken Ausdruck gegeben worden, daß es der Finanzkraft seinerStaatsmänner gelungen sei, in ihren Voranschlägen und Hanshalts-übersichteu eiu trügerisches Bild hervorzuzaubern, das iu einem völ-ligen Widerspruch zu der ökonomischen Lage des russischen Reichesstehe. Demgegenüber hat gerade der Finanzminister v. Witte stetsden Zusammenhang von Volkswirtschaft und Staatsfinanzen betont;er hat schon in seinem Budgetbericht vou 1896 gesagt, die Finanz-kuust sei keine Magie, uud noch niemand habe bisher das Geheimnisentdeckt, aus eiuer im Verfall begriffenen Volkswirtschaft eine finan-zielle Prosperität von einiger Dauer entstehen zu lassen. Die Tat-sache besteht jedenfalls, daß die ans die Konsolidierung der Staats-fiuauzeu gerichtete Politik mit ihrer enormen Steigerung der Ein-nahmen nnd ihren dauernden Überschüssen sich seit nahezu zwei Jahr-zehnten hat durchführen lassei,, obwohl iu jenem Zeitraum oft genugwidrige Verhältnisse die russische Volkswirtschaft schwer geschädigtund das finanzielle System auf eine harte Probe gestellt haben, vorallem eine Reihe von Mißernten und von 1899 an eine schwere in-dustrielle Krisis. Gewiß hat die Steigerung der Eiunahmen und dieErzielung von Überschüssen der russischen Volkswirtschaft schwereOpfer auferlegt, die namentlich in ungünstigen Zeiten hart empfundenwurdeu. Aber diese Opfer wnrden nicht zum wenigsten im Interesseder Zukunft der russische« Volkswirtschaft selbst gebracht! die Konso-lidierung der Staatsschuld hat abgesehen von der durch sie be-wirkten Entlastung der Steuerzahler in Verbindung mit derWährungsreform der russische» Volkswirtschaft die Hercmziehung des