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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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87
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I. Rußland . 87

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Danach würden sich dii! Kriegskosten auf nicht viel mehr als 40Millionen Rubel pro Monat gestellt haben. Wir werden spätersehen, daß in der Tat die privaten Schätzungen sür die erste Hälftedes Kriegs viel zu hoch gegriffen waren und das; im Jahre 1904 diedurchschnittlichen monatlichen Kriegskosten nicht ganz 50 MillionenRubel betragen haben.

3. Die Kriegsanleihen des Jahres 1904.

Es war für die russische Negierung ein ganz selbstverständlichemGebot der Vorsicht, daß sie sich beizeiten nach Mitteln zn einer weite-ren Verstärkung der ihr für den Krieg zur Verfügung stehenden Be-träge umsah. Ta man die Inanspruchnahme der russischen Reichs-bank aus den bereits angedeuteten Gründen von der Hand wies,blieb nur die Ausnahme von Anleihen. Vor die Frage der Aufnahmeeiner Anleihe im Inland oder Ausland gestellt, entschied sich Ruß-land zunächst für eine ausländische Anleihe.

Noch im türkischen Kriege hatte Rußland eine andere finanz-politische Taktik verfolgt. Damals hatte man zur Deckung derKriegsbedürfnisse, abgesehen von einer Einschränkung der im Budgetvorgesehenen Ausgaben, zunächst die Notenpresse in Bewegung ge-setzt. Tic Finanzverwaltung ließ sich von der Reichsbank unverzins-liche Vorschüsse gewähren, und die Reichsbank emittierte zu diesemZweck alstemporär" bezeichnete Kreditbillete bis zu einem Betragevon nahezu einer halben Milliarde Rubel. Daneben wurden aller-dings auch öffentliche Anleihen aufgenommen, aber mir im Inlandselbst, nämlich die sogenannten Orientanleihen, die auf Kreditrubellauteten und mit fünfprozeutiger Verzinsung ausgestattet Ware»! vondiesen Anleihen wurden 200 Millionen Rubel im Frühjahr 1877 undje 300 Millionen Rubel im Herbst 1878 und im Frühjahr 1879 aus-gegeben.

Wenn die russische Negierung sich im gegenwärtigen Falle ent-schied, ihre bereiten Bestände durch die Aufnahme einer Anleihe imAusland zu vergrößern, so war dafür Wohl bestimmend einmal dieRücksichtnahme auf den inneren Geldmarkt Rußlands , der teils nochunter den Nachwirkungen der Krisis von 1900/02 zn leiden, teils in-folge der natürlichen Wirkungen des Krieges mit Schwierigkeiten znkämpfen hatte; insbesondere war zu berücksichtigen, daß in der ersten