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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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Die Gesamtausgaben überstiegen also in den ersten 5 Monaten1905 die Gesamteinnahmen nin 7,3 Millionen Rubel, so daß sich da-nach bis Anfang Mai der zu Beginn des Jahres vorhandene sreie Be-stand von 119 Millionen Rnbel ans etwa 112 Millionen Rubel ver-mindert haben würde. Zn berücksichtigen ist jedoch sür einen Über-schlag der dem russischen Finanzminister zur Verfügung stehendenMittel, daß in dem oben gegebenen KassenauSweis nnter den außer-ordentlichen Einnahmen noch nicht der volle Ertrag der Berliner An-leihe und der inneren Anleihe in Rechnung gestellt ist, daß vielmehraus der Berliner Anleihe, die insgesamt 209,5 Millionen Rubel er-geben hat, erst 110,5 Millionen Rubel ii? Einnahme gestellt waren, sodaß also uoch 99,5 Millionen Rubel ausstanden; daß serner ans demErtrag der Schatzwechsel etwa 48 Millionen Rnbel noch nicht als Ein-nahme verbucht waren. Schlägt man diese noch ausstehenden Sum-men dem Betrag des am 1. Juni uoch verfügbaren freien Barbe-standes (112 Millionen Rubel) hinzu, so kommt man zn dem Ergeb-nis, daß vom 1. Juni 1905 an der russischen Regierung insgesamtetwa 260 Millionen Rnbel zur Verfügung standen, also eine Deckungdes Kriegsbedarfs für etwa 3 Monate.

Der russische Finanzminister wendete sich abermals an den innerenGeldmarkt. Am 23. Juli/8. August wurden die Bedingungen für dieEmission einer zweiten inneren Anleihe im Betrage von 200 Millio-nen Rubel festgesetzt. Die Anleihe wurde abermals mit einer 5pro-zentigen Verzinsung ausgestattet und sür alle Zeiten von derKapitalreutensteuer befreit. Ihre Tilgung soll im Laufe von48 Jahren erfolgen. Bis zum 1. März 1917 soll die planmäßige Til-gung nicht erhöht nnd keine Kündigung oder Konversion vor-genommen werden.

Die Unterbringung der Anleihe hat offenbar ihre Schwierig-keiten gehabt. Man hat dieses Mal nicht nur den Sparkassen dievolle Hälfte des Anleihebetrages zugewiesen, sondern auch die Staats-bank wurde für einen Betrag von 50 Millionen Rubel zugezogen,während die übrigen großen russischen Banken gleichfalls nur5)0 Millionen Rubel übernahmen. Von einer öffentlichen Subskriptionwnrde abgesehen. Die Banken und Sparkassen übernahmen die An-leihe zum Kurse von 95 Prozent nnd vereinbarten einen VerkaufstiirS