Druckschrift 
Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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Vorwort zur ersten Auflage.

Ein zusammenfassendes Werk über das Geld bedarf zu seinerRechtfertigung kaum eines Begleitwortes. Die Entwicklung des Geld-wesens während der letzten Jahrzehnte hat eine Reihe neuer Problemein Erscheinung treten lassen und auf manches alte Problem ein neuesLicht geworfen. Die Literatur über Einzelfragen des ganzen großenGebietes ist unter den Eindrücken dieser Entwicklung nahezu insUnübersehbare angewachsen. Ich selbst habe während einiger Jahremeinen bescheidenen Teil zu dieser Literatur beigetragen, und derWunsch nach einer alle »Seiten des Geldproblems behandelnden Dar-stellung ist bei mir, je mehr ich mich mit dieser Materie beschäftigte,desto mehr zu dem Bedürfnis geworden, die Ergebnisse meiner eigenenStudien in einer solchen Darstellung zusammenzufassen. Ich habedeshalb, als mir der Herausgeber und der Verleger des Hand- undLehrbuches der Staatswissenschaften gegen Ende des Jahres 1898 vor-schlugen, die Bearbeitung der Bände über das Geld und die Bankenzu übernehmen, diesen Vorschlag bereitwillig angenommen.

Freilich bin ich bei der Ausführung des verlockenden Gedankensauf größere Schwierigkeiten äußere und innere gestoßen, als icherwartet hatte. Bald nach der Übernahme der Arbeit war ich durchgesundheitliche Gründe genötigt, längere Zeit außerhalb Deutschlands und fern von anstrengender Tätigkeit zuzubringen. Dann wiesen michwissenschaftliche Interessen und meine Laufbahn auf handels- undkolonialpolitische Fragen hin; als ich im Oktober 1901 in die Kolonial-Abtcilung des Auswärtigen Amtes berufen wurde, war der Band überdas Geld zum größeren Teil fertiggestellt, aber seine Vollendungmußte bis zu meinem Herbsturlaub im Jahre 1902 vertagt werden.Dazu kam, daß ich die Aufgabe selbst beträchtlich unterschätzt hatte.Es zeigte sich, daß die abgerundete und alle Teile eines großen Ge-bietes gleichmäßig .durchdringende Darstellung, auch wenn man denStoff mit einiger Vollständigkeit zu beherrschen glaubt, eine großeArbeitsleistung erfordert; eine Anzahl von Einzelfragen, an denen man