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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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Einleitung.

Die wirtschaftliche Allgegenwart des Geldes hat schon früh dieAufmerksamkeit derjenigen, welche über staatliche und gesellschaftlicheEinrichtungen nachdachten, auf sich gelenkt. Die Anfänge der modernenNationalökonomie waren Versuche, das geheimnisvolle Wesen des Geldeszu ergründen. Das Geld beschäftigte die ersten nationalökonomischenDenker so sehr, daß ihnen alles das, was wir Volksreichtum nennen,im Gelde verkörpert erschien. Ebenso, wie sieb, die Alchymisten denKopf darüber zerbrachen, wie sie Gold aus minderwertigen Stoffen her-stellen könnten, ebenso war der erste Kreis der volkswirtschaftlichenDenker bei seinen Erwägungen, wie der Reichtum einer Nation ver-mehrt werden könne, durchaus darauf beschränkt, durch welche Mittelmöglichst viel Edelmetall und zwar Edelmetall als Geldstoff insLand gebracht werden könne. Ihre Überschätzung des Geldes beein-flußte im 17. und teilweise im 18. Jahrhundert stark die praktischeWirtschaftspolitik. Die gesamte Handelspolitik der sogenannten mer-kantilistischen Periode ging aus von dem Bestreben, den auswärtigenHandel so zu gestalten, daß durch ihn möglichst viel Edelmetall insLand gezogen werde.

Der naive Glaube, daß das Geld alles sei, wurde jedoch bald er-schüttert. Es folgte ihm das entgegengesetzte Extrem, eine weit-gehende Nichtachtung des Geldes. Statt in ihm allen Reichtum ver-körpert zu sehen, legte man ihm nur noch einen fiktiven Wert bei,ließ es nur noch als Wertzeichen gelten (Locke, Hume, Montesquieu ).Adam Smith stellte in seinem Werk über den Reichtum der Nationenden Satz auf, die Quelle allen Reichtums sei die Arbeit; die in einemLande vorhandene Geldmenge sei gänzlich gleichgültig für die Beur-teilung seines Reichtums; das Geld habe lediglich die Funktion, denAustausch von Gütern und Leistungen zu vermitteln, und um zu einerrichtigen Erkenntnis der wirtschaftlichen Vorgänge und Verhältnissezu gelangen, empfehle es sich, von dem lediglich vermittelnden Geldegänzlich abzusehen, das Geld gänzlich auszuschalten und alle durch dasGeld vermittelten Beziehungen als direkte Beziehungen aufzufassen.

Zweifellos hat diese Methode zu einem großen Fortschritt in dernationalökonomischen Wissenschaft geführt; sie ist zur Auffindung undFeststellung volkswirtschaftlicher Wahrheiten ebenso unentbehrlich, wiedie Voraussetzung des luftleeren Raumes für die Physik. Die Annahme,daß die Vermittlung des Geldes nichts an den wirtschaftlichen Vor-gängen ändern könne, geht jedoch zu weit. Denn ebenso wie die Luftdurch ihr bloßes Vorhandensein und durch ihre wechselnde Beschaffen-heit die Bewegungen der Körper beeinflußt, ebenso übt sowohl dieVermittlung des Geldes an sich als auch die verschiedene Beschaffen-heit des Geldes einen Einfluß aus auf die wirtschaftlichen Bewegungen.

Die Ergründung der Modifikationen, welche die wirtschaftlichen