sich hängen, findet sich dagegen selten genug. Soschrieb z. B. Georg Kulka ein paar Seiten ausder „Vorschule der Aesthetik" von Jean Paul abund veröffentlichte das Ergebnis unter seinemNamen in den „Blättern des Burgtheaters". 42 ) Inder Berliner „B. Z. am Mittag" erschien eine Ar-tikelreihe „Die Ehetragödie einer Kaiserin" vonKarl Tschuppik . Die philosophischen Aus-führungen der Nr. 269 waren aber nichts weiter alsein genauer Abklatsch aus der „Fröhlichen Wissen-schaft" (Aphorismus 71) von N i e t z s c h e. 43 )
Nur der Zufall führte hier zur Entdeckung, dennwer verfügt über die erforderliche Zeit, um der-artige Entlehnungen festzunageln? Weiß man dochohnedies, daß ein hoher Prozentsatz der von derTagespresse gebrachten „Original"berichte ohne dieunentbehrlichen Requisiten Schere und Kleisternicht denkbar wären!
Genau so wie die zünftige Literatur bietet auchder Film ein ergiebiges Feld für Begehung vonPlagiaten. In letzter Zeit machte der Fall Theavon Harbou , der schriftstellernden Gattin vonFritz Lang viel von sich reden. Letzterem, alser noch für die Ufa tätig war, hatte die russischeFilmschauspielerin angeblich Ursyn Döbbekeein Filmszenarium eingesandt, dessen Handlung ge-nau, sowohl in der Schilderung wie im szenischenAufbau dem später von Fritz Lang gedrehten Film„Metropolis" entsprechen sollte. Frau Döbbekehatte daraufhin Thea von Harbou , die als Autorindes „Metropolis-Films" zeichnete, öffentlich desPlagiats bezichtigt und Schadenersatzklage ange-strengt. Sie wurde jedoch damit abgewiesen, daFritz Lang als Zeuge erklärte, er „könne sich nichterinnern", jemals von Frau Döbbeke ein Filmmanus-kript erhalten zu haben, und weil auch der Anspruchder Klägerin in der Zwischenzeit verjährt war.
Kaum war dieser Fall vergessen, als manwiederum festgestellt (?) haben wollte, daß auch derebenfalls von Thea von Harbou verfaßte und vonFritz Lang inszenierte Großfilm „Frau im Mond" sichauf einen früher erschienenen Roman „Auf silbernenGefilden" des polnischen Schriftstellers Jersy
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