Z u 1 a w s k y (München , Drei Masken-Verlag) stütze,jedenfalls große Aehnlichkeiten mit ihm aufweise. 44 )Man hat aber nicht gehört, daß zwischen Zulawskyund Thea von Harbou deswegen Differenzen ent-standen seien. Da der Film jedoch monatelang un-beanstandet in allen Kinos lief, scheint es sich auchhier nur um die bereits erwähnte Duplicität derFälle, um die gleichzeitige Verwendung einer Ideedurch mehrere Schriftsteller gehandelt zu haben.
Und was für die Literatur und den Film gilt,behält natürlich auch für die anderen Gebiete geisti-gen Schaffens seine Richtigkeit. So kennt beispiels-weise auch die Musik Uebereinstimmungen, dieAntipathie zu Plagiaten stempeln kann. Der Hagel-chor in Händeis „Israel in Aegypten " ist z. T.die Kopie einer Kirchenkomposition Stradellas.Mehrere Themen der Pastoralsymphonie Beet-hovens sind als kroatische Volkslieder aufge-deckt. Wenn weiterhin Hans Sachs bei RichardWagner in den „Meistersingern " sagt:
Mein Freund! In holder Jugendzeit,
Wenn uns von mächt'gen Trieben
Zum sel'gen ersten Lieben
Die Brust sich schwellet hoch und weit,so hören wir dazu die populäre Melodie aus derOuvertüre zu den „Lustigen Weibern von Windsor "von Nicolai . 15 ) Der Musiker, der Komponist, hat esja viel schwerer, dem Verdacht eines Plagiats zuentgehen, weil die einmal gehörten Melodien unterder Schwelle des Bewußtseins lange Zeit verborgenbleiben können, um eines schönen Tages demschaffenden Künstler wieder im Ohr zu klingen, so-daß er ohne sich dessen bewußt zu werden, diefrüher einmal vernommenen und jetzt wieder aufge-tauchten Melodien als eigene ansieht und sie inseine Kompositionen verwebt. Vor längerer Zeitbrachte die Zeitschrift „Musik für alle" fast in jederNummer Parallelen zu bekannten Motiven, wobei essich zeigte, daß selbst bei den hervorragendstenNamen die Böswilligkeit den Vorwurf des Plagiatshätte erheben können. Und doch erklärte sich dieUebereinstimmung, wie oben angedeutet, sehr ein-
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