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3. Kapitel. Edelmetallproduktion und Wertverhältnis. § 3. 95
Die erste und am meisten in die Augen fallende Ursache dieserEntwicklung war die Entdeckung neuer und reichhaltiger Lagerstätten.Dazu kommt aber als ein zweiter, namentlich für die neuere Zeitüberaus wichtiger Faktor der Fortschritt in der Technik des Bergbauesund der Erzverarbeitung, durch den der Abbau minder ergiebigerBergwerke und die Verarbeitung geringhaltiger Erze in stets größerwerdendem Umfange ermöglicht wurde, ja sogar die Wiederaufnahmeder Ausbeutung von früher als abgebaut aufgegebenen Bergwerkenund die Aufarbeitung von Rückständen aus früher verarbeiteten Erzen.
In den folgenden Paragraphen soll die Gestaltung der Produktioneines jeden der beiden Edelmetalle im einzelnen besprochen werden.
§ 3. Die Goldproduktion von 1493 bis zur Gegenwart.
Wenn man die Zahlenreihen der Tabelle auf S. 94 überblickt,dann lassen sich sowohl für die Gold- als auch für die Silbergewinnunggewisse, sich durch Richtung und Stärke der Entwicklung von einanderunterscheidende Perioden deutlich erkennen.
1. Periode: 1493—1680. — Die Goldgewinnung zeigte zunächstbis zur Wende des 17. und 18. Jahrhunderts eine allmähliche und nurwenig unterbrochene Zunahme. In Europa standen die salzburgischenGoldbergwerke von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhundertsauf dem Höhepunkte ihrer Ergiebigkeit, während die GoldproduktionSiebenbürgens und die Goldwäschereien an deutschen, böhmischen undfranzösischen Flüssen mit dem Beginne des 16. Jahrhunderts ihre Blüte-zeit bereits überschritten hatten. Während aber die salzburgischeProduktion von der Mitte des 16. Jahrhunderts an überhaupt nicht mehrin Betracht kam und während die europäischen Goldwäschereien jähr-lich nur einige hunderttausend Mark brachten, hat Siebenbürgen immerhin während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts noch einiger-maßen, ansehnliche Goldmengen geliefert. Nach Soetbeer ist dieGoldproduktion des heutigen Österreich-Ungarn von 1500—1520 aufdurchschnittlich 2000 kg pro Jahr = ca. 5,6 Millionen Mark zu veran-schlagen bei einer Weltproduktion von etwas mehr als 16 Millionen Mark;von 1545—1780 dagegen nimmt Soetbeer für die Österreich -ungarischeGoldproduktion nur noch 1000 kg = ca. 2,8 Millionen Mark pro Jahr an.Dagegen hat in jener Zeit des Rückgangs der europäischen Gold-gewinnung zunächst Afrika und dann vor allem die neue Welt einenüberreichlichen Ersatz geliefert. Nach Soetbeer ist es bis zur Aus-beutung der Goldfelder in Neugranada und Brasilien (17. und 18. Jahr-hundert) höchstwahrscheinlich Afrika gewesen, welches dem euro-päischen Verkehr nachhaltig und in verhältnismäßig bedeutender MengeGold zugeführt hat. Die Portugiesen haben im 16. Jahrhundert nichtunerhebliche Goldsummen, die wahrscheinlich aus dem südöstlichen
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