96 Erstes Buch. IL Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältuisse.
Afrika stammten, nach Europa gebracht; Guinea hat in der zweitenHälfte des 17. Jahrhunderts den Engländern erhebliche Goldmengengeliefert. Soetbeer schätzt die Goldzufuhr aus Afrika während des16. Jahrhunderts auf mehr als 690 Millionen, währenddes i 7. Jahrhundertsauf ungefähr 560 Millionen Mark. Auch aus Japan sollen in der zweitenHälfte des 16. Jahrhunderts und im 17. Jahrhundert durch die Portu-giesen und später durch die Holländer nicht unerhebliche Goldmengennach Europa gebracht worden sein.
Die Goldbeträge, die in den ersten Jahrzehnten nach der Ent-deckung Amerikas von den Antillen und den Küsten des Golfes vonMexiko nach Europa versendet worden sind, wurden früher meist über-schätzt. Die Goldwäschereien der Spanier auf den Antillen habennur auf Hispaniola in der Zeit von 1500 bis 1520 größere Erträgnissegeliefert; 1515 war der Höhepunkt bereits überschritten. Lexisglaubt, daß mau eher zu hoch als zu niedrig greift, wenn man denganzen Goldertrag Amerikas von 1500 bis 1521 auf 15 Millionen Markveranschlagt. In den folgenden Jahrzehnten lieferte die Plünderungder iu Mexiko und Peru aufgehäuften Schätze sowie die Aufnahmedes Goldbergbaues in Mexiko und Südamerika für die damalige Zeiterhebliche Beiträge zur Goldversorgung Europas . Freilich hat diegenauere Prüfung ergeben, daß die früheren Berichte über die Gold-ausbeute in jenen Ländern stark übertrieben waren. Lexis schätzt,in der Hauptsache im Anschluß an Soetbeer, für die Zeit von 1522bis 1547 das in Mexiko erbeutete und produzierte Gold auf höchstens80 Millionen Mark, das sind 3,2 Millionen Mark im Jahresdurchschnitt; fürdie Zeit vor 1548 bis 1700 nimmt er einen durchschnittlichen jährliche!'Goldertrag der mexikanischen Bergwerke von höchstens 1 Million Markan, für das 18. Jahrhundert eine allmähliche Steigerung des jährlichenErtrags bis auf 4 Millionen Mark. Die gesamte Goldausbeute der Spanierin Peru wird auf etwa 20 Millionen Mark veranschlagt, von denen alleinetwa 16 Millionen auf das bekannte Lösegeld Atahttalpas kamen. DieErträgnisse der stellenweise reichen Waschgoldlager im Gebiete desdamaligen Vizekönigreiches Peru (einschl. des heutigen Ecuador undBolivia) werden für die Zeit von 1534 bis zum Ende des 16. Jahr-hunderts auf 210 Millionen Mark (etwa 3,2 Millionen Mark im Jahres-durchschnitt), für das siebzehnte Jahrhundert auf 4,5 Millionen Mark imJahresdurchschnitt geschätzt. Einige Millionen Mark pro Jahr lieferteseit der Mitte des 16. Jahrhunderts auch die Goldgewinnung iu Chile. —Für das wichtigste Goldproduktionsland von der zweiten Hälfte desIii. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hält Soetbeee Neugranada.Schon in den 30 er Jahren des 16. Jahrhunderts fanden die Spanierdort im Besitze der Eingeborenen erhebliche Goldmengen. Soetbeerschätzt das durch Plünderung und später durch Goldwäscherei ge-