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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
180
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180 Erstes Buch. II. Abschnitt Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.

2. Silbermünzen

5-Markstücke

25330634055 602 909301076634287 21834892 655 874

50-PfennigstückeSumme der Silbermünzen3. Nickel- und Kupfermünzen

989 860105

Summe 110416673

Von den Goldmünzen dürfte nach Abzug der für industrielleZwecke eingeschmolzenen und auf ausländischen Münzstätten umge-prägten Stücke am Ende des Jahres 1908 noch ein Betrag von etwa3,3 Milliarden Mark vorhanden gewesen sein; dem Bestände anReichsgoldmünzen ist der monetären Zwecken dienende Vorrat anGoldbarren und fremden Goldmünzen hinzuzurechnen. Im Durchschnittdes Jahres 1909 lagen in der Reichsbank als Notendeckung allein328,8 Millionen Mark, an Goldbarren und fremden Goldmünzen, sodaßman dem Bestände an deutschen Goldmünzen unbedenklich 350 MillionenMark für Barren und ausländische Goldmünzen zuschlagen kann. Dermonetäre Goldvorrat Deutschlands würde sich demnach auf rund3650 Millionen Mark berechnen. Bei den Reichssilbermünzen wird manin Berücksichtigung der Abgänge durch Verschleuderung etc. einenBestand von rund 950 Millionen Mark annehmen dürfen. Die Talerkommen seit ihrer Außerkurssetzung nicht mehr in Betracht. Setztman für die Nickel- und Kupfermünzen 100 Millionen Mark ein, so erhältman einen Gesamtvorrat an Metallgeld von rund 4700 Millionen Mark,von dem rund 3500 Mark, also nahezu vier Fünftel, auf das Gold kommen.

Was die papiernen Zirkulationsmittel anlangt, so -entfällt ein fest-stehender Betrag von 120 Millionen Mark auf die Reichskassen-scheine. Die durchschnittliche Notenausgabe der Reichsbank hat imJahre 1909 1576,5 Millionen Mark, die der Privatnotenbanken 144,7Millionen Mark betragen, der gesamte deutsche Notenumlauf stelltesich mithin auf 1721,2 Millionen Mark, der gesamte Papierumlauf auf1841,2 Millionen Mark. Der durch Metall nicht gedeckte Notenumlaufbetrug jedoch bei einem Metallbestande der deutschen Notenbankenvon insgesamt 1111,6 Millionen Mark nur 609,6 Millionen Mark;rechnet man dazu die 120 Millionen Mark Reichskassenscheine, fürdie eine Deckung nicht vorhanden ist, so ergibt sich ein Betrag vonrund 730 Millionen Mark ungedeckter Papierscheine. Das ungedecktePapier machte mithin im Durchschnitt des Jahres 1908 etwa 15'/2 Pro-zent des Metallgeldvorrates und etwa 20 Prozent des Goldvorrates aus.

Weitaus der größte Teil der deutschen Umlaufsmittel bestehtmithin aus Gold.

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