6. Kapitel. Die Ausbreitung der Goldwährung und die Silberentwertung. § 4. 211
Markte, und diese Notierungen ergeben, daß Schwankungen statt-fanden zwischen 1 : 16,66 und 1 : 15,15. Die Schwankungen derJahresdurchschnitte stellen sich auf 1:15,94 bis l: 15,33. Die Spannungder Jahresdurchschnitte war in Paris etwas kleiner als in London , diegrößte Spannung der einzelnen Kurse dagegen war in London kleinerals in Paris .
Die Tatsache, daß Schwankungen um das gesetzliche Wertver-hältnis auch in Paris selbst stattfanden, und z,war ungefähr in dem-selben Umfange wie in London , steht mithin fest. Die Erklärung dieserSchwankungen um den Satz des französischen Wertverhältnisses durchdie Kosten des Transports von und nach dem Auslande ist also hinfällig.
Erschwerend kommt in Betracht, daß unter der Herrschaft derfranzösischen Doppelwährung sich nicht nur das ungemünzte Metall vonder gesetzlichen Relation entfernte, sondern daß in der ersten Hälftedes 19. Jahrhunderts auch das geprägte Goldgeld ein Agio auf seinenNennwert notierte. Das französische Doppelwährungsgesetz vermochtealso nicht einmal Schwankungen im Wertverhältnisse zwischen denfranzösischen Gold- und Silbermünzen zu verhindern. Von einer Be-herrschung des Wertverhältnisses der ungeprägten Metalle kann erstrecht keine Rede sein.
An dieser Tatsache vermag auch der Umstand nichts zu ändern,daß sich die Schwankungen des Wertverhältnisses innerhalb verhältnis-mäßig enger Grenzen hielten. So gut eine Prämie von 6 1 /2 Prozentauf Goldbarren und ein Aufgeld von 12 Prozent auf goldene Zwanzig-frankenstücke entstehen konnte, so gut eine Prämie von 3 4 /s Prozentauf Silber aufkommen konnte, eben so gut hätte die Abweichung vondem gesetzlichen Wertverhältnisse, wenn sich die maßgebenden Faktorenweiter zu Ungunsten des einen oder des anderen Metalls verändert hätten,beträchtlich größer werden können.
Wenn bimetallistische Schriftsteller mit Vorliebe darauf hinweisen,daß die Abweichungen von der gesetzlichen französischen Relation inkeinem Verhältnis zu der außerordentlichen Umwälzung der Edelmetall-produktion, wie sie durch die Goldfunde der 50 er Jahre hervorgerufenworden ist, gestanden hätten, so ist zuzugeben, daß die Wirksamkeitder französischen Doppelwährung tatsächlich den Einfluß dieser Um-wälzung auf das Wertverhältnis beträchtlich abgeschwächt hat. Aberdiese Wirkung war an ganz bestimmte Vorbedingungen geknüpft, diebereits oben bei der Darstellung der Geschichte der französischen Doppelwährung präzisiert wurden. Diese Vorbedingungen waren, daßder französische Münzumlauf, als die enorme Steigerung der Goldpro-duktion und der Silbernachfrage für Indien eintrat, ganz mit Silbergesättigt war, daß ferner der Übergang von einem Silber- zu einemGoldumlaufe den Bedürfnissen des Verkehrs entsprach.
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