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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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282
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282 Zweites Bueh. I. Abschnitt. Das Geld in der Wirtschaftsordnung.

nadrerseits nicht nur Anweisungen auf Sachgüter, sondern auch aufArbeitsleistungen geben müssen. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist,ebenso wie die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Produktionund Bedarf, innerhalb unserer Gesellschaftsordnung eine Unmöglich-keit. Darin zeigt sich, daß auch auf dem Wege der Tauschbank mitdem Gelde ein Rad aus der Maschine unserer Wirtschaftsordnung aus-geschaltet werden würde, ohne das die Maschine nicht mehr funk-tionieren könnte. Nur das Geld, das im freien Austausche von Indi-viduum zu Individuum als Gegenwert für alle übrigen Wertobjekteund alle Leistungen gegeben wird, in einem Verhältnisse, das jeweilsdurch das Gesamtverhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmtwird, gibt die Möglichkeit, die Arbeit und den Kapitalbesitz des ein-zelnen unter Aufrechterhaltung seiner wirtschaftlichen Selbstbe-stimmung in den Dienst der Gesamtheit zu stellen und ihm andrerseitsaus den Erzeugnissen der Gesamtheit die Gegenstände seines Bedarfszuzuführen; kurz, nur das Geld ermöglicht den in unserer Wirtschafts-ordnung verwirklichten Kompromiß von persönlicher Freiheit und ge-sellschaftlicher Organisation.