490 Zweitee Buch. IV. Abschnitt Gelbedarf,'Geldversorgung und Geldwei t.
lieh höhere, und die gleiche Summe von Bargeld kann zur Vermitte-lung eines weit größeren Betrags von Zahlungen dienen, wenn siesich als Unterlage für den Scheck- und Giroverkehr im Ruhezustandein einer Bank befindet, als wenn sie selbst körperlich in den Zahlungs-prozeß eintritt.
Wir haben bisher an Wirkungen des Kredits auf den Geldbedarffestgestellt, daß erstens der eigentliche Leihverkehr in Geld die Zir-kulationsgeschwindigkeit des Geldes erhöht und die ruhenden Geld-bestände verringert, indem er das an der einen Stelle zur Zeit nichtbenötigte Geld denjenigen Stellen zuführt, welche dafür unmittelbareVerwendung haben; daß ferner die auf Kredit beruhenden Zahlungs-einrichtungen, wie Scheck-, Giro- und Abrechnungsverkehr, unter Er-sparung der Bargeldumsätze eine größere Menge von Zahlungsaus-gleichungen auf Grund eines kleineren Bestandes von Bargeld ermög-lichen. In beiden Fällen bewirkt der Kredit eine intensivere Ausnutzungdes Geldes ■ er ermöglicht eine größere Anzahl von Umsätzen mit demgleichen Geldbestande und wirkt mithin einschränkend auf den Geld-bedarf.
Zu diesen beiden Fällen tritt nun die dritte Einwirkung desKredits, die darin besteht, daß Kreditinstrumente irgendwelcher Artin ähnlicher Weise wie das Geld selbst die Umsätze vermitteln undso zu einer unmittelbaren Ersparung von Bargeld führen.
Hierher würden vor allem die durch Bargeld nicht gedecktenNoten und staatlichen Papierscheine zu rechnen sein, wenn wirdiese Papiere deren ordentliche Bestimmung in der Vermittelung vonÜbertragungen besteht, nicht selbst zu dem „Gelde" rechnen würden.Immerhin müssen diese Geld darstellenden Papiere bei den Erörte-rungen über den Geldbedarf berücksichtigt und vou dem Metallgeldeunterschieden werden; denn die Befriedigung des Geldbedarfs durch dieAusgabe solcher Papiere beruht auf ganz anderen Voraussetzungen, alsdie Befriedigung des Geldbedarfs durch metallische Umiaufsmittel, einProblem, auf das bei der Erörterung der Geldversorgung näher einzu-gehen sein wird; die Ausgabe solcher Papiere bedeutet ferner, soweitsie nicht lediglich in irgend welchen Kassen angesammeltes Metall-geld in der Zirkulation vertreten, sondern die zu ihrer Deckungdienenden Bestände überschreiten, eine Verminderung des Bedarfs anmetallischem Gelde.
Außer dem Staatspapiergelde und den Banknoten, die selbst Geldsind, dienen jedoch auch andere, eine Forderung irgendwelcher Artenthaltende Dokumente, die ihre ordentliche Bestimmung nicht in derVermittelung von Übertragungen haben, gelegentlich und nebenbei alsVerkehrsinstrument. Bei der Abgrenzung des Geldbegriffs im ersten