548 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldveisoigung und Geldwert.
nissen mit dem Faktor der Schwierigkeit der Beschaffung, bei denaufsejten der Nachfrage wirksamen Verhältnissen mit dem Faktorder Brauchbarkeit zur Befriedigung von Bedürfnissen zu tun haben.
Auf unser besonderes Problem' angewendet, ergeben diese für denVerkehrswert der Güter im allgemeinen entwickelten Sätze, daß auchdie auf der Seite des Geldes wirksamen Bestimmungsgründe für dasAustauschverhältnis zwischen dem Gelde und den übrigen Verkehrs-objekten in der Gestaltung von Nachfrage und Angebot, in der Ge-staltung von Geldbedarf und Geldversorgung zu suchen sind. Dieseran sich nicht viel besagende Satz erhält seinen Inhalt durch die aus-führliche Analyse, die Geldbedarf und Geldversorgung in denbeiden ersten Kapiteln dieses Abschnittes erfahren haben. Aus einerBetrachtung der Besonderheiten eines jeden dieser beiden Faktorenergibt sich für den Geldwert folgendes.
Die Geldversorgung ist bei dem metallischen Gelde im allgemeineneine relativ stabile Größe. Infolge der Dauerhaftigkeit der Edel-metalle haben sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende soerhebliche Bestände an Edelmetall angehäuft, daß die jährliche Neu-produktion und deren Schwankungen nur einen geringfügigen Einflußauf den der Volkswirtschaft zur Verfügung stehenden Edelmetall-vorrat ausüben. Nur ganz gewaltige Veränderungen in der Edel-metallgewinnung, wie sie durch die Entdeckung Amerikas und im19. Jahrhundert durch die Entdeckung der kalifornischen und austra-lischen Goldfelder hervorgerufen worden sind, können nachhaltige undmerkbare Verschiebungen herbeiführen. — Soweit die Geldversorgungdurch Ausgabe papierner Scheine erfolgt, läßt sich etwas Allgemeinesnicht aussagen, da der Umfang und die Veränderungen der Geldver-sorgung hier von der Politik des Staates oder der Bank abhängen,welche die Scheine emittieren.
Die Nachfrage nach Geld, die von den oben geschilderten zahl-reichen und komplizierten Bedingungen abhängig ist, unterliegt sowohlim großen Laufe der Entwicklung der Volkswirtschaften, als auchinnerhalb der kürzeren Entwicklungsabschnitte bestimmten Verände-rungen. Was die Gesamtentwicklung des Geldbedarfs bei Völkernanlangt, die vollkommen zur Geldwirtschaft durchgedrungen sind, sobeobachten wir, daß die einzelnen auf den Geldbedarf einwirkendenFaktoren geeignet sind, sich zu kompensieren. Die mit dem Fort-schreiten der Volkswirtschaft verbundene Zunahme einerseits derdurch Geld zu vermittelnden Umsätze, andrerseits der Intensität derAusnutzung des Geldvorrates heben sich in ihrer Wirkung auf dieGesamtgestaltung des Geldbedarfs bis zu einem gewissen Grade auf.
Hinsichtlich der Rückwirkung des für das Geld zu erzielendenGegenwertes auf die Geldversorgung kann an die Ausführungen er-