mich alle Bedrückung ohne Stircirunzeln erlragen, dasist das Bewußtsein, daß meine Seufzer nicht vergeb-lich und auch nicht der kleinste derselben — unge-rochen — bleibt."
3. Skatologische Episoden aus der Weltliteratur
Das Folgende sollen nur Streif züge durch das Gebiet derLiteratur sein, keine systematische Erfassung des gan-zen Stoffes. Wir werden dabei Gelegenheit haben, fest-zustellen, daß Erotik wie die Skatologie sich an keinVolk und keine Zeit binden, sondern daß sie überall zuHause sind. Wir wollen uns dabei an keine bestimmteBeihenfolge und keine bestimmte Epoche klammern,auch nicht streng nach literarischen Gesichtspunktenvorgehen, sondern auf dem weiten Gebiete ungebundenumherschweifen. In dieser Wahllosigkeit liegt eben derReiz des Ganzen, und nur so läßt sich die Szylla derLangweile und die Charybdis der Weitschweifigkeitvermeiden. Und nun in medias res!Bei der realistischen Ausmalung von weitverbreitetenLastern, gegen die sich der Angriff richtet, verfällt derAngreifer nicht selten ins Unflätige. Ein Beispiel hier-für bildet das „Kurtzweilig Gedicht von den vier unter-schiedlichen Weintrinkern". Von dem Phlegmatikerheißt es hier:
Wenn fürs drill ein Phlegmutikus,Der Wein trinkt mit Überfluß,Gewinnt er bald der Sau Figur,Weil ist von Wasser sein Natur.Wenn er zu Irinken. fähet an,Er schwerlich bald nachlassen kann.Bis er sein Wanst gefüllet hatUnd liegen bleibt auf der Walstatl.
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