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Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
Seite
105
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vor die Nase zu halten, daß die erhoffte Wirkung wohlselten ausgeblieben sein wird. Ich setze aus seiner SchriftWunderwürdiges, ganz neu ausgehecktes Narren-Nestoder Curieuse Oficin und Werkstatt mancherlei Narrenund Närrinnen" 7 eine Probe aus denWeiber-Narren"im Auszug hierher:Es trinken viele die Gesundheitenihrer Weiber nicht nur aus denen Stengelgläsern, son-dern auch aus denen Pantoffeln; und hat der Herr Co-ridon neulich seine schöne Frau Amaryllis versichert,daß er sie dergestalten liebe, daß er nicht entblödete,ihre Gesundheit aus dem zinnernen Nachttopf zu trin-ken, welcher unter ihrem Bette stunde. Es ist mir un-längst von einer klugen und schlauen Magd vor gewißerzählet worden, daß dieselbe bei einer solchen Fraugedienet, deren Mann allezeit in das geheime Gemachdem Weib das Papier nachgetragen, und der Frau ihrerMüh überhebt, welches ich um desto ehender glaubenkönnen, indem mir die Magd hochbeteuert, daß sie diesesschöne Spektakel mit Augen durch eine Klumsen derThür gesehen. 0 ihr wilde, garstige Säu-Närren, ihraberwitzige Courtisanen! Ist dieses dann eine so anstän-dige und zulässige Liebe gegen eure Weiber!"Diese auf Grund masoehistischer Einstellung resultie-rende Unterordnung des Mannes nimmt indessen zuwei-len noch krassere Formen an. Moscherosch spricht indenWunderlichen und wahrhafftigen Gesichten Phi-landers von Sittewald" auch von solchen Weibernarren,die da begehren, das Brett auf dem geheimen Kabinettzu sein, auf daß ihnen dieTränen" aus der LiebstenGesäß ins offene Maul fallen.

In derWohlausgeführten Jungfern-Anatomie usw."

7 Im i3. Band seinerGesammelten Werke", Passau i84o.

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