12. Kapitel. D,er Geldwert. § 6.
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gründen seines Wertverhältnisses zu allen übrigen VerkehrsobjektenVeränderungen unterliegt, mußte mit Notwendigkeit zu Versuchenführen, die Veränderungen des Geldwertes selbst einer Messung zuunterziehen, um dadurch ein zutreffendes Urteil über das Wesen derPreisverschiebungen zu gewinnen. Eine solche Messung kann sowohlfür den „äußeren", als auch für den „inneren" Tauschwert des Geldesversucht werden.
Eine unmittelbare Messung ist in beiden Fällen ausgeschlossen;eine solche würde ein Verkehrsobjekt voraussetzen, das im ersterenFalle zu der Gesamtheit aller übrigen Verkehrsobjekte stets in dengleichen Austauschverhältnissen stehen würde, das im letzteren Fallekeiner Veränderung der auf seiner Seite wirksamen Bestimmungsgründeseiner Austauschverhältnisse mit allen anderen Verkehrsobjektenunterliegen würde. Solche Verkehrsobjekte gibt es nicht. Man batzwar Versuche nach dieser Richtung gemacht, indem man den Wertder Verkehrsobjekte auf das zu ihrer Herstellung nötige Quantummenschlicher Arbeit zurückführen wollte, und indem man die für dieHerstellung oder Beschaffung der Güter notwendige Arbeitszeit oderdas für die Ernährung der Arbeiter notwendige Quantum an Subsistenz-mitteln, namentlich an Getreide, als ein relativ zuverlässiges Maß desWertes der Güter annahm.
Wir brauchen uns nicht auf diese Theorien einzulassen, von denendie erstere — von allen inneren Schwierigkeiten der Reduktionqualitativ verschiedener Arbeit auf ein einheitliches Maß abgesehen —daran krankt, daß der Wert nicht nur von der durch Arbeit zu über-windenden Schwierigkeit der Beschaffung, sondern, auch von dem Gradeder Nützlichkeit der Verkehrsobjekte abhängt 1 ), während die letzterean dem weiteren Fehler leidet, daß es der Sinn einer jeden produk-tiven Tätigkeit ist, höhere Werte zu produzieren, als während derProduktion von dem Produzenten verbraucht werden. Das Sachennach einem Gute von unwandelbarem äußeren oder inneren Tausch-werte muß mithin aus der Natur des Wertbegriffs heraus ergebnislosbleiben. Es kann nur eine auf einer umfassenden Statistik der Preiseund Löhne beruhende Ermittelung der zeitlichen Veränderungen oderörtlichen Verschiedenheiten der allgemeinen Kaufkraft des Geldes undeine allgemeine Feststellung der auf Seite des Geldes liegenden Ur-sachen für diese Veränderungen und Verschiedenheiten in Fragekommen.
Schon die Ermittelung der allgemeinen Kaufkraft des Geldes undihrer örtlichen und zeitlichen Verschiedenheiten bietet Schwierigkeiten.
1) Auch Simmel (a. a. 0. S. 450 ff.) hebt am Schluß seiner scharfsinnigen Er-örterung der Idee des „Arbeitsgeldes" diese Schwierigkeit' hervor.