seine Gegner aus, um zur Ehrenrettung Zimmermannsbeizutragen. Für uns kommt hier insbesondere der dritteAkt in Betracht. Nachdem sich die Verschworenen zumSturze Zimmermanns verbunden haben, sind „alle tüch-tig besoffen, taumeln, krakeelen und rülpsen". Gedickewill sich schlechterdings Lichtenbergs Munde als einesunaussprechlichen Geschirrs bedienen. Kästner machtkeine Epigramme mehr, sondern gibt halbverdaute Vik-tualien von sich. Brie schnarcht, sperrt das Maul seinerGewohnheit nach dabei auf und erhält die ganze Masseeines Magenüberladenen dabei hinein. Campe verrichtetseine Notdurft an der Nasenspitze seines schlafendenKollegen Trapp und reinigt sich mit einem Stück derBerliner Monatsschrift, wovon er aber Giftblasen amHintern bekommt Klockenbring ruht in einem Schweine-stalle „wie unter Brüdern" usw. usw. 32Im allgemeinen hat die neuzeitliche belletristische Lite-ratur der Deutschen wenig für die skatologische Bich-lung übrig. Deshalb finden sich derartige Züge nur ver-einzelt. Chamisso erlaubt sich in der letzten Stropheseiner Schauerballade „Der arme Sünder" eine kleineskatologische Abschweifung 328 , und nur der in seinerzügellosen Kühnheit auch vor dem Äußersien nicht zu-rückschreckende Oskar Panizza bringt von seinem aufden Mond verschlagenen Erdenbewohner eine ganzeSzene, in der eine eingehende Beschreibung der Ent-leerung enthalten ist 32b .
Auch dem begeistertsten Verehrer der Exkremente wirdes nicht immer angenehm sein, wenn er wider Willen
32 Ebeling, Geschichte der komischen Literatur, Leipzig und Lieg-nitz 1869, Bd. i, S. 434-/1/11.32 * Richard M. Meyer, Deutsche Parodien, S. 177.S2b Visionen der Dämmerung, München 1916, S. i38.
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