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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
Entstehung
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Politik des Herrn Erzberger, sondern um andere Dinge. Ich ver-zichte deshalb darauf, hier auf die ebenso hinterhältige wie ver-hängnisvolle Aktion des Herrn Erzberger vom Sommer1917 noch einmal einzugehen. Der vollenWahrheit", diekürzlich dieGermania" über diesen Punkt verlangt hat, wirdihr Herr und Meister nicht entgehen. Ich verzichte auch darauf,hier die verderbliche Rolle, die Herr Erzberger beiden Verhandlungen während des Waffenstillstandes(Finanzabkommen, Auslieferung Äer Handelsflotte) gespielt hat,näher zu beleuchten. Desgleichen sein mit keinem deutschenWorte scharf genug zu kennzeichnendes Verhalten während derFriedensverhandlungen! dieser Teil der Erzbergerschen Tätig-keit gehört wenn irgendetwas vor einen Staats ge-r i ch t s h o f.

Hier steht für mich lediglich diejenige Seite der Persön-lichkeit des Herrn Erzberger in Frage, welche für seine Eig-nung für die großen künftigen Aufgaben unddie Vertrauensstellung des Reichsfinanz-ministers von Wichtigkeit ist.

Das Volk hat man braucht sich nur umzuhören einfeines Gefühl dafür, daß die Wahrhaftigkeit die Grund-lage eines jeden Vertrauens ist; daß, wer mit der Wahrheit aufgespanntem Fuße steht, es auch mit anderen Dingen nicht allzugenau nimmt. Das unglückliche Verhältnis des Herrn Erzbcnqerzur Wahrheit ist nachgerade weltkundig, von jenem frühen St^dium seiner politischen Laufbahn an, in dem der damalige Chefder Reichskanzlei sich genötigt sah, in offener Reichstagssitzungauf Grund der Gerichtsarten den vereidigten HerrnErzberger dem unvereid-igten Herrn Erzberger gegenüberzustellen'; seitdem in dem bekannten Pöp-lauprozeß das Gericht es ablehnte, Herrn Erzbergerzu vereidigen", bis zu jenem Augenblick, in dem der da-malige Zentrumsführer GrafHertling in seiner Eigenschaftals Reichskanzler sich weigerte, den Abgeordneten Erzberger fernerhin zu empfangen, weil er sich von ihmangeloge n"f ühlte, was nach Herrn Erzberger allerdings ein harmlosesMißverständnis" war. Ich selbst habe im Laufe der letztenWochen dem Reichsminister Erzberger nicht weniger alsviermal öffentlich in den verschiedensten Formen vorge-halten, daß er die Unwahrheit sage, und mich bereit er-