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Deutschlands Finanzen : Rede d. Staatssekretärs d. Reichsschatzamts Dr. Karl Helfferich <geh. im Reichstag am 14. Dez. 1915>
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anleihe allein, und etwas mehr als Z Milliarden Mark auf die ersteund zweite Kriegsanleihe zusammen. Im September dieses Jahres also vor der Einzahlung auf die dritte Kriegsanleihe, aber nachAbführung der vollen drei Milliarden für die erste und zweiteKriegsanleihe war der Einlagebestand, den unsere Sparkassenvor Kriegsausbruch gehabt hatten, nicht nur unberührt, sonderndie Summe der Einlagen war sogar um rund l ^ Milliarde Markhöher als zu Beginn des Jahres 1914.

(Äört! hört!)

Ähnlich steht es mit den Einlagen, mit den Depositen bei unserenBanken. Der Depositenbestand bei unseren Banken erreichteim August und September Köchstziffern, wie sie in Friedenszeitenüberhaupt niemals erreicht worden sind. And trotz der so stark be-schleunigten Einzahlungen auf die dritte Kriegsanleihe sind auchjetzt wieder, soweit ich es übersehen kann, die Einlagen bei unserenBanken höher, als sie es vor Jahresfrist waren.

Aber den Stand der Reichsbank brauche ich kein Wort zuverlieren. In dem wesentlichsten Punkte, der Golddeckung derNoten- und sonstigen täglich fälligen Verbindlichkeiten, steht sienach wie vor günstiger als die Zentralbank irgendeines der anderenkriegführenden Länder.

Meine Herren, ich weiß sehr wohl, daß unsere Feiude alldies nicht gelten lassen wollen. Ihre Presse verurteilt uns täglichmehrfach zum Bankrott, genau wie sie täglich aus den Erfolgenunserer Waffen uns die endgültige Niederlage prophezeit. Seiteiniger Zeit scheinen unsere Gegner allerdings einzusehen, daß esihnen nicht allzuviel nützt, wenn unser Bankrott nur innerhalb ihrereigenen Grenzen und höchstens in dem oder jenem uns nicht geradewohlgesinnten neutralen Blatt proklamiert wird. Sie lassen es sichin der letzten Zeit angelegen sein, uns selbst davon zu überzeugen,daß wir am Ende sind. Ich habe hier eine kleine Schrift, betitelt:Das britische und das deutsche Finanzwesen", verfaßt von einemMr. Dcivies. Diese Schrift ist in den letzten Wochen von Kollandaus ganz massenhaft in Deutschland verbreitet worden; ich selbsthabe Dutzende von Exemplaren davon zugesandt bekommen. Sogardie gestrenge Zensur hat bei nur angefragt, ob es sich nicht empfehle,diese Broschüre und ihren Vertrieb zu verbieten.

Meine Herren, aus dieser kleinen instruktiven Schrift habe ichunter anderem erfahren, daß wir unsere Bankdirektoren durchL