Seil 200 Jahren und länger, so oft wir in auswärtigeKriege verwickelt waren, war es unsere Gewohnheit, dieVerbündeten, mit denen wir gerade zusammengingen, inweitestem Maße mit Geldvorschüssen zu unterstützen. Es istinteressant, daran zu erinnern, daß kein Land in der Ver-gangenheit von dieser Fürsorge — ,,Provision" ist derenglische Ausdruck — mehr profitiert hat als Preußen selbst.(Heiterkeit.)
Meine Herren, das ist englische Welt-- und Geschichtsauffassung.In den Augen der Engländer ist Friedrich der Große etwas ganzanderes als für uns. In den Augen der Engländer ist Friedrich derGroße nicht der Mann, der das neue Preußen begründet und damitden Kern für das neue Deutsche Reich geschaffen hat, sondern ledig-lich der Mann, der die Franzosen festgehalten hat, bis ihnen dieEngländer Indien und Kanada abgenommen hatten.
(Heiterkeit.)
Unser Daseinskampf gegen den ersten Napoleon war für England nur die Gelegenheit, seine Herrschaft über das Weltmeer zu be-festigen und seinen überseeischen Besitz auf Kosten Frankreichs undHollands zu erweitern und zu stärken.
(Sehr richtig!)
Auch in dem jetzigen Kriege hoffte England nach dieser bewährtenMethode arbeiten zu können. Von Anfang an hat es sich seine Haupt-rolle gedacht als Geldgeber oder, wie ein anderer Engländer gesagthat, als „rnÄNnksctnrinZ Partner", als industrieller Teilhaber,eine Rolle, die es nun allerdings zum Teil an die Vereinigten Staatenhat abgeben müssen.
(Sehr richtig!)
Um den Ring, der uns einkreisen und erdrosseln sollte, zusammen-zuschmieden und zusammenzuhalten, hat England seinen Ver-bündeten und solchen, die es nach seiner Absicht werden sollten, vielgrößere Mittel zur Verfügung stellen müssen, als jemals die engli-schen Staatsmänner erwartet hatten. Aber der ursprünglicheenglische Kriegsplan hat sich nicht durchführen lassen. Unserebraven Truppen haben England gezwungen, in das wankende Spielnicht nur Britengeld, sondern auch Britenblut einzusetzen.
(Sehr gut!)
Der Zwang, eine starke Armee aufzustellen, hat wiederum die Wir-kung gehabt, die eigenen Kriegskosten Englands nahezu ins An-20