Druckschrift 
Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
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Meine Herren, nach den Ausführungen Ihres HerrnBerichterstatters wi'irde ich auf eine Begründung des Nach-tragsetats, der Ihnen vorliegt, verzichten können: dennich glaube, die Sache, die ich hier zu vertreten habe, be-darf in diesem Hause keiner Verteidigung mehr.

(Sehr richtig!)

Wenn ich trotzdem um Ihre Erlaubnis bitte, den neuen^iriegskredit mit einigen Worten erläutern zn dürfen, sotne ich dies, weil ich und Wohl im Einklang mitIhnen das Bedürfnis empfinde, an der Schwelle deszweiten Kricgsjahres vor diesem hohen Hause, vor demdeutschen Volke, vor den Verbündeten, vorder neutralen undanch der feindlichen Welt in kurzen Zügen ein Bild zugebeu, wie sich im ersten Kriegsjahr die Finanzlage desReiches gestaltet hat, nnd welche Erwartuugeu wir be-rcchttgterweise auf die Zukunft setzen dürfen.

Ich gehe gleich in msäi-is rss und rekapituliere. Be-willigt siüd von Ihnen für den Krieg bisher folgendeBeträge: zweimal 5 Milliarden Mark, einmal im Nngust,das zweite Mal im Dezember vorigen Jahres, dann10 Milliarden Mark im März dieses Jahres, also zu-sammen 20 Milliarden Mark. Mit dem Ihnen jetzt vor-liegenden Nachtragskredit wird die Gesamtsumme der fürden Krieg angeforderten Mittel auf den gewaltigen Betragvon 30 Milliarden Mark gebracht werden.

Meine Herren, man hat mitunter den Eindruck, daßin diesem Krieg die Welt die Schätzung für große Zahleneinigermaßen verloren hat.

(Sehr richtig I)