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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
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Es entspricht nicht dem deutschen Geschmack, den Stil derZirkusreklame auf den Ernst des Krieges in Anwendungzu bringen.

(Bravo ! Heiterkeit.)

Wir haben auch' nicht nötig, nach englischem Vorbild denZeichnern zu sagen, daß sie ihrem Vaterlande msro^",eine Gnade erweisen, wenn sie auf die Anleihe zeichnen.Das Deutsche Reich bettelt nicht, und der Deutsche gibt seinemVaterlandc kein Almosen, er erfüllt seine Pflicht.

(Lebhafte Zustimmung.)

Aber die lebendige Mitwirkung aller, die durch Amtund Beruf, durch Stellung uud Ansehen belehrend undberatend auf die weitesten Volkskreise einwirken können,wollen wir nicht missen. Gemeindevorsteher, Geistlicheund Lehrer haben uns das letzte Mal schon wacker ge-holfen. Ich bin überzeugt, sie werden diesmal ihre An-strengungen verdoppeln. Vor allem, meine Herreu, rechneich in dieser Beziehung auf Sie, auf Sie als die ge-wählten Mitglieder und Vertranenspcrsonen des deutschenVolkes. Weuu Sie jetzt nach Ihrer Heimat zurückkehren,dann haben Sie Gelegenheit, in Ihrem Kreise durch Be-lehrung uud durch Appell an das patriotische Gewissenfür die uene Anleihe zu wirken und zu ihrem Gelingenbeizutragen. Soweit die Neichsfinanzverwaltnng Ihnendabei mit Material oder sonst irgendwie zur Verfügungstehen kann, wird das von meiner Seite gerne geschehen.

Ich komme nuu zu der Ausstattung der neuen An-leihe. Wir wollen iu bezng auf die Ausstattung derneuen Anleihe nach reiflicher uud genauer Überlegung aufdem geraden und einfachen Wege bleiben, der uus bei denletzten beiden Anleihen den großen Erfolg gebracht hat.Die ö prozentige Kriegsanleihe ist hente das volkstüm-lichste Papier, das es in Deutschland jemals gegeben hat.Ohne Not wollen wir von diesen bewährten Bahnen nichtabgehen. Nur den Ausgabekurs werden wir im Gefühlunserer gefestigten Finanzkraft etwas höher setzen. Im