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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
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trotz der große» Einzahlungen auf die letzte euglischcKriegsanleihe. Die Zahlen der Golddeckung nach deu letzten Bankausweisen sind: bei uns 33,7 Prozent, inFrankreich 28,3 Prozent und in England 25,3 Prozent;(hört! hört!)

sie war aber dort schon niedriger als 20 Prozent.

Aber, meine Herren, auch diese Zahle» nützen nichts.Ein Londoner Finanzblatt erklärte kürzlich schlechtwegunser Gold in der Reichsbank für Papier;

(Heiterkeit)

und die französische Presse spricht dies gläubig uach.Warum? Weil die Darlehnskassenscheine uebeu demMetall bei uns Notendeckung sind. Das genügt für dieauswärtige Finanzkritik, unser Gold glattweg für Papierzu erklären! Daß diese Darlehnskassenscheine Zusammenmit deu Neichskassenscheinen in jedem Ausweis derNeichsbank getrennt von dem Metall und getrenntvon dem Golde ausgewiesen werden, daran stößt mansich nicht.

Neuerdings hat ein ganz kluger Mann noch eineandere Entdeckung gemacht. Ich bringe diesen Fall,wie die anderen, nur deshalb hier vor, um Jhueu zuzeigen, wie von unseren Feinden gearbeitet wird; nichtwegen desTemps " oder derTimes" oder irgendeinersonstigen Stelle, von der solche Ausstreuungen ausgehen,sondern wegeu des Systems. Also ein gmn Kluger, derimTemps " sein Wesen treibt, hat neulich die Entdeckunggemacht, die Zunahme des Goldbestandes in der Neichs-bank komme daher, das; wir nns den Goldbestand derÖsterreichisch-Ungarischen Bank nnter der Hand angeeignethätten.

(Große Heiterkeit.)Hier scheint der brave Franzose von den eigenen Erfah-rungen auf andere zu schließen; er scheint die Neichsbankmit der Bank von Eugland zu verwechseln.

'(Sehr gnt!)