Druckschrift 
Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

A

Aber ich muß Ihnen mitteilen, es ist mir nicht gelungen,auch nur ein einziges Stück zu bekommen.

(Heiterkeit.)

Wir wissen, wie die Dinge stehen. Aber solche Dingewerden ja nicht gemacht für uns und nicht für die Eng-länder. Die Engländer glauben es ja auch nicht.

(Sehr gut! Heiterkeit.)

Sie sind gemacht für die anderen, namentlich für dieHerren Franzosen . Dort ist der Kurs von 49^/z Prozentsofort mit Heller Begeisterung aufgenommen worden.

(Heiterkeit.)

Die Zeitungen schreiben ich zitiere hier wörtlich denGanlois":

Auf finanziellem Gebiete hat also, wie auf allenübrigen Gebieten, das deutsche Debacle ange-fangen.

(Heiterkeit.)

Ein ähnliches Debacle, wie dieser Knrs von 49^ Prozentfür unsere Staatspapiere, ist in den Angen unserer Feinde es ist nicht zn glaube», aber wahr unsere Reichs-bank. Die Reichsbank hat seit Kriegsausbruch ihrenGoldbestand um mehr als eine Milliarde erhöht,

(hört! hört!)

ein Beispiel, dem die Engländer nnd Franzosen bishervergeblich annähernd Gleichwertiges znr Seite zn stellengesucht haben. Die Golddeckung der Reichsbank für ihresämtlichen Berbiudlichkeiteu, die vor dem Kriege ungefährgleich gnt war, wie die Golddeckung der Bank vou Eng-land , nnd um 9 Prozent ungünstiger als bei der sehr gutmit Gold ausgepolsterten Bank von Frankreich , ist heuteum 5,4 Prozent besser als in Frankreich und um 8 Prozentbesser als in England

(hört! hört!)