1903Erster Teil
Ich war schon nahe daran, mir die Episode aus dem Sinn zuschlagen, als plötzlich Mitte Januar, beim Heimweg von derStenographiestunde, George mit seinem Freund Wolfskehl mirbegegnete. Am folgenden Tag traf ich ihn wieder und ging mitihm in die Wohnung Wolfskehls, Leopoldstraße, Ecke Kai-serstraße, wo er wohnt. Er war die ganze Zeit nicht hier ge-wesen, deshalb konnte er mir auch erst jetzt die (nebenbei ganzgute) Photographie geben. Nun kam ich oft zu ihm, wir gin-gen miteinander spazieren, doch von meinem Dichten wußteer nicht.
Da bat er mich einst um einige Zeilen von mir, da er Grapho-logie betreibe. Ich gab ihm mein Gedicht:
Ist das die Welt, von der ihr Lust und Wonne,Von der ihr Fried und Freude mir verhießt,Ist das die Welt, in der nur stete Sonne,In der nur Sommer, doch kein Winter ist ?
Wohl ist es das, was ihr die Welt genannt,Doch was ihr mir verhießt, kann ich nicht finden.O glücklich, wer die andre Welt erkanntIm Schmuck der Reben und in Laubgewinden !
So zieht mit mir in bessre Weiten,Kommt mit mir, um gleich Gott zu sein,Erhaben über Raum und ZeitenZiehn in den ewgen Himmel selbst wir ein.
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