Einige Aussprüche Georges
Ich schiebe hier einige wenige Aussprüche Georges ein, dieich mir nach und nach aufgezeichnet habe und die ich jetzt aufkeine andere Weise mehr unterbringen kann. Das Datum istnie angegeben.
«Nicht viel braucht man gelesen haben, aber was man gelesen,muß man voll und ganz in sich aufgenommen haben.
,Ich hatte nicht Zeit' ist eine leere Phrase: Der Mensch hatimmer Zeit, seine Sache ist es nur, Zeit zu finden.
Der Dichter soll nie abgeschmackte Bilder, wie man sie so oftfindet, gebrauchen. Er soll vielmehr womöglich neue Bildereinführen.
Bei einem Gedicht soll man nie nach dem Ort und nach be-stimmten Personen forschen, sondern man soll das Produktauffassen, wie es der Seele des Dichters entsprungen.
Einst fragte er mich: ,Max, glauben Sie, daß es eine Freund-schaft gibt, die höher als die Liebe steht?' Und ich bejahtees.
Ein unbeschreibliches Gefühl überkommt mich jedesmal beiFrühlingsanfang, es ist wie ein heiliges Ahnen . . .
Böcklins flötespielender Hirtenknabe in der Schack-Galerie istder erhabenste Ausdruck des Hellenentums. Seinetwegen geheich immer wieder in die Sammlung.»
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