1903
Zweiter Teil
Im Oktober hörte ich, daß an der Universität Halle Vorlesun-gen über ihn gehalten wurden, wie auch in einem Wiener Ver-ein Gregori an einem Leseabend Werke Georges und seinesKreises vortrug.
Am 29. X. sah ich Herrn Gundolf, konnte ihn jedoch nichtsprechen, da er in Begleitung zweier Herren war.Am 30. X. hörte ich von Herrn Wolfskehl, daß Georges neuesWerk dieser Tage erscheinen werde. George selbst werde erstim Februar kommen.
Am 1. XL traf ich Herrn Gundolf und begleitete ihn eineStrecke Wegs. Er war vier Wochen in Darmstadt gewesen, am29. X. aber für vierzehn Tage nach München gekommen.Am 9. XL erhielt ich durch Gundolf das neue Werk Georges«Tage und Taten» zugestellt.
Am 26. XL traf ich Gundolf, der neue Nachricht von Georgehatte. George ließ mir sagen, ich solle ihm noch mehr Ge-dichte von Wilhelm Seidel schicken, da er sonst darüber keinUrteil abgeben könne. Gundolf wollte jetzt bei mir die Lite-raturgeschichte von Meyer holen, die mir George seinerzeitgeliehen. Ich führte ihn in mein Zimmer und gab sie ihm damit der Schere, die damals darinnen gelegen. Er bleibt nochbis Dienstag und geht dann nach Darmstadt .Am 19. Dezember frühmorgens erhielt ich einen Brief Geor-ges aus München . Ich besuchte ihn also und fand ihn unver-ändert. Wir sprachen ziemlich lange miteinander. Zuerst über
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