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Nachlass / Maximilian Kronberger
Entstehung
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(«Bekränzung mit dem Schilf»), Dann verteilten wir uns in dieSäle. Nachdem wir bis 1 3 / 4 Uhr geblieben waren, begleiteteGeorge mich nach Hause.

Am 15. IL sandte er mir einen Lorbeerzweig aus dem Kranz,den er tags vorher als Dante getragen.

Am 16. II. ging ich nachmittags zu ihm, wo die ganze Gruppemehrmals aufgenommen wurde. Er sagte mir, daß in demneuen Band der «Blätter für die Kunst» über einem Gedichtvon ihm, «Der Minner», drei Zeilen eines Gedichtes von mirstehen sollten, und zwar:

In deinem Aug hängt jenes fromme Wähnen,

Die Sehnsucht nach erspähtem Bild,

Des Sonntags Trauer wohnt in deinem Bück.

Sonntag den 21. besuchte ich ihn wieder.

Montag den 22. II. war er bei uns eingeladen. Wir unterhielten

uns sehr lebhaft über Berliner Kunst.

Am 28. II. besuchte ich ihn wieder. Da bei Wolfskehls einKind an Halsentzündung krank ist, gingen wir spazieren. Ichsagte ihm, daß ich von nun an wie er auch in meinen Ge-dichten alles klein schreiben werde. Wir unterhielten uns überSpaltungen im Kreise der «Blätter für die Kunst» , an denenu. a. Schuler und Oskar Schmitz teilnahmen, die jetzt gegenGeorge Partei ergriffen. Später gingen wir in meine Wohnung,wo wir zusammen lasen.

Das nächste Mal besuchte ich George wieder in dem Haus Bel-gradstr. 5 7. Er bewohnte dort für einige Tage eine kleine Dach-kammer. Zuerst schrieb ich ihm einige Briefe, dann korrigier-

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