Deutung seiner Sonette brachten, nur: «Sie haben alle recht.»Weiter kamen wir auf Hauptmann, für den er wenig übrig hat.Hauptmann dagegen hat, wie George durch einen Maler erfah-ren hat, ein Porträt Georges in seinem Zimmer. Unter solcher-lei Gesprächen kamen wir an sein Haus und verabschiedetenuns. Ich versprach, am Sonntag zu ihm zu kommen.Als ich Sonntag zu ihm kam, gab er mir die Sachen meinesVetters und sagte mir dann, daß er auf den Ball bei Heiselersgehen werde, und ob ich ihn begleiten wolle.Ich sagte, dies hänge ganz von meinen Eltern ab. Er fordertemich dann auf, den Maskenanzug anzulegen. Wir bildeten eineDichtergruppe, und zwar Wolfskehl, geführt von einem Leier-knaben, als Homer, dann ein Vergil, hierauf George als Dante ,von mir als einem Florentiner Edelknaben geführt. Uns folg-ten einige Florentiner Edelfrauen. - Der Anzug paßte mirprächtig. Ich hatte rote Strümpfe, einen rotseidenen Uber-wurf, in der Hand eine rote Kerze und auf dem Kopf einenKranz von roten Nelken. Um 6 Uhr gingen George und ichin unsere Wohnung, wo noch niemand war. Ich führte ihn inmein Zimmer, wo wir im Horaz lasen. Als meine Mutter kam,sprach er längere Zeit mit ihr, sie erlaubte gleich, daß ichmitgehe. Wir kleideten uns also in Wolfskehls Wohnung an,und zwar in einem riesigen Atelier, dem Schlafzimmer Geor-ges. George als Dante hatte einen weißen Uberwurf, einen wei-ßen Kopfputz und einen Lorbeerkranz. Um 1 / 2 9 gingen wirzu Heiseler, wo nach einem Zug durch alle Säle Wolfskehlein prachtvolles Gedicht aufsagte. Nach ihm kam Vergil miteiner lateinischen Ode und George mit einer Danteübersetzung
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