Ich brauche mich doch nicht vor: ihm zusammenschimpfenlassen wie ein Schuljunge.
Am nächsten Tag schrieb ich ihm folgenden Brief:
Sehr geehrter Herr George !Nach dem gestrigen Vorkommnis und nach Ihrem kühlen Ver-halten gegen mich in der letzten Zeit sehe ich keinen Grundunsere Bekanntschaft weiterzuführen, sondern bitte Sie, alle Be-ziehungen zu mir abzubrechen. Bitte schicken Sie mir um-gehend alle Sachen meines Vetters, die in Ihren Händen sind.
Hochachtungsvollst
Auf diesen Brief hin kam George am Montag zu meinem Vaterund entschuldigte sich wegen seines Verhaltens, das durch Fa-milienverhältnisse veranlaßt sei.
Dienstag also ging ich zu ihm. Er hielt mir eine große Redeüber mein ungerechtes Verhalten und so söhnten wir uns wie-der aus.
Am 12. II. traf ich abends George und ging mit ihm spazieren.Wir unterhielten uns über den kommenden Fasching, dann sag-te er, daß am Sonntag bei Henry Heiseler ein Maskenball sei.Hierauf sprachen wir über Hofmannsthals «Elektra » und ihreungünstige Aufnahme in Stuttgart . George schob diese auf dasprüde Verhalten der Stuttgarter , die kleinstädtisch genug sind,jedes freiere Wort zu beanstanden. Wir sprachen weiterhinüber Verlaine und Mallarme, den er persönlich kannte. Die-ser, ein dunkler Dichter, sagte, wenn ihm junge Bekannte eine
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