den Deutschnationalen.) - Frankreich will für sich dendeutschen Rhein, und für das restliche Deutsch-land will Frankreich Zersplitterung und Ohn-macht. Nicht was Frankreich will, steht zur Entscheidung; zurEntscheidung steht nur noch, ob und mit welchen Mitteln Frankreich verhindert werden kann, seinen Willen zur Tat zumachen. (Lebhafte Zustimmung bei den Deutschnationalen.)
Frankreich wird sein politisches Ziel - die Geschichte der Jahr-hunderte ist dafür ein Zeugnis - nur aufgeben oder zurückstellen,wenn es muß. Frankreichs Gelüste auf den deutschen Rhein undFrankreichs Anschläge auf die deutsche Einheit werden wir nichtabschlagen mit Güte, sondern nur im Kampf, in einem Kampf —Sie brauchen nicht nur an einen Kampf der Waffen zu denken —in den verschiedensten Formen und auf den verscknedenften Gebieten.Wer hat darüber überhaupt noch ehrliche Illusionen? Der Außen-minister selbst kann sie nach den niederschmetterndenMißerfolgen der Verständigungspolitik dochüberhaupt nicht mehr haben. Seine Rede hier war ja doch zu einemganz großen Teil eine Elegie auf Frankreichs Ver-ftändnislosigkeit für VerftändigungSversuche.Nein, Herr Minister, belügen wir uns doch nicht selbst! Es gehtin Wahrheit nicht um Reparationen. Die Reparationsfrage ist nurein Teil des großen Kampfgeländes, auf dem um sehr vielhöhere und sehr viel größere Dinge gerungen undgekämpft wird. Für Frankreich gibt es in der Neparationsfrage nureine Alternative: entweder wird die Reparationsfrage unter Be-dingungen gelöst, die Fankreich sein politisches Ziel in die Händegeben; oder die Reparationsfrage bleibt offen, damit Frankreich dieDruckmittel in der Hand behält, um allmählich, Schritt für Schrittseinem Ziele näherzukommen. (Sehr wahr! bei den Deutsch-nationalen.) — Wir haben heute nur in bescheidenem Maße die Wahldes Kampfgeländes und die Wahl der Kampfmittel. Frankreich hatden ungeheuren Vorsprung, den es durch unsere Waffenftreckungund das Versailler Diktat gewonnen hat, benutzt, um uns das Gesetzdes Handelns vorzuschreiben. Frankreich hat uns, abgesehen von denmilitärischen Gewaltstreichen, die es gegen uns mitten im Friedengeführt hat, auf dem Gebiete der Wirtschaft und auf dem Gebieteder Finanzen aufs allerschwerste angegriffen und gepackt. Auchauf dem Gebiete der Wirtschaft und der
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