habe. Verhehlen wir uns doch nicht, daß sogar den Befürworternder Goldnotenbank allmählich selbst angst und bange geworden. Wieweit die Ideen der internationalen Sachverständigen gehen, ersehenSie daraus, daß die Herren den Anspruch darauf er-heben, daß, wenn sie eine Goldnotenbank gründen, die Notender Reichsbank und der Rentenbank von dieser Bank „aufgesogen"werden sollen; das bedeutet die Aufsaugung der deutschen Reichsbankund der deutschen Nentenbankdurchein internationales Institut. — Ich habe in den Zei-tungen gelesen — ich hoffe, daß es dementiert werden kann —, daßder Herr Reichsbankpräsident Dr. Schacht erklärthabe, er wolle zuerst sein kleines Goldnotenbankprojekt durchführen,verpflichte sich aber, sein kleines Goldnoten-bankprojekt, sobald das Zustandekommendieses großen Projektes gesichert sei, in diesemaufgehen zu lassen. Wie gesagt, ich hoffe, daß das, wasin allen ausländischen Zeitungen zu lesen stand, dementiert werdenkann. Denn wenn heute jemand hier beantragen wollte, d i eReichsbank zu internationalisieren, ich bin über-zeugt, sogar die Herren von der Sozialdemokratie würden Seite anSeite mit uns gegen ein solches Projekt. Einspruch erheben. (Zu-stimmung bei den Vereinigten Sozialdemokraten.) — Mit dem,was hier geschaffen werden soll, erreicht man aber auf einem kleinenUmwege genau dasselbe Ziel, d. h. die Internationali-sier»»«, der Reichsbank und der Rentenbank,die das deutsche Volk aus eigener Kraft sich ge-schaffenhat. So also wird die Schaffung eines derartigenneuen Instituts hinauskommen auf die internationale Kontrolleunseres gesamten Geldwesens und der gesamten Kreditversorgungunseres Volkes. (Sehr richtig! rechts.) -
Und nun betrachten Sie die Sache einmal von der journa-listischen Seite — auch darauf müßte doch das AuswärtigeAmt einen gewissen Einfluß haben. Die Presse, die ich vorhin ge-kennzeichnet habe, hat um das Projekt der Goldnotenbank einen Tanzaufgeführt, wie einst die Juden um das goldene Kalb. (Lebhafte Zu-stimmung bei den Deutschnationalen.) Nur der MoseS , derdamals den Juden die Gesetzestafeln um dieOhrengeschlagen hat, iftbisher nicht erschienen.(Heiterkeit rechts.)
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