seltenen Ausnahmen im internationalen Verkehr. Ich halte esfür bedenklich, wenn seitens des deutschen R e i ch S a u ß e n m i n i ste r s von vornherein derPreis einer solchen Einmischung des Auslandesgebotenwird; dennkeineWareinderWelt,auchnicht die internationale Hilfe, die Sie er-warten, ist billiger als der Preis, der einmaldafürgebotenworden ist. (Sehr richtig! bei den Deutsch-nationalen.)
Ich fürchte, daß auf den Wegen, die hier be-treten worden sind, Rhein und Ruhr nicht be-freit, sondern ganz Deutschland in neue Kettengelegt wird. Ich fürchte, daß wir zur Militär-kontrolle, zur Kontrolle der Luftschiffahrt,zur Kontrolle über unsere Flüsse eine Kon-trolle über die Eisenbahn, über das Geldwesenund die Kreditversorgung der ganzen Wirt-schaft bekommen werden. Der Herr Außen-minister hat gesagt, das besetzte Gebiet dürfenicht zu einer deutschen Reparationsprovinz gemacht wer-den; ich fürchte, daß auf solchen Wegen das ganzeDeutsche Reich zu einer internationalen Reparationsprovinz gemachtwird. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.)
Mag man mir entgegenhalten: wir sind nicht Herren über dieTendenzen, aus denen hier Gefahren drohen. Das gebe ich zu. Ichmache der Reichsregierung auch nicht einen Vorwurf daraus, daßdiese Tendenzen bestehen, sondern daraus, daß ihreigenesTunund Lassen eher dazu beigetragen hat, diese Tendenzen zu er-mutigen, als ihnen den Weg zu verlegen. Gerade angesichts derTendenz, Deutschland Schritt für Schritt zu internationalisieren,war die Stellung der Regierung zu den internationalen Sachver-ständigenausschüssen gewiesen. Es hätte sich durchaus mit derStellung der Reichsregierung zur Reparationsfrage, die mit derunsrigen bekanntlich nicht ganz identisch ist, vertragen, wenn sie denSachverständigenausschüssen bei Beginn ihrer Arbeit erklärt hätten:
Prüft unsere Verhältnisse; wir werden euch jeden Einblickgeben. Bildet euch euer Urteil über unsere Zahlungsfähigkeit; wirsind bereit, für die Befreiung unserer unter Fremdherrschaft geratenen
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