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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
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möchten, die überhaupt nicht mit uns im Kriege waren undan dem Friedensschluß nicht beteiligt sind. Man kanasich vorstellen, mit welchen Mitteln, mit welchem mate-riellen und moralischen Druck die von unseren Feindeneingesetzten Verwaltung arbeiten wird, um das WerkderFriedensbedingungen" zu vollenden. Schon in denFriedensbedingungen" selbst ist dafür gesorgt, jedemögliche Versuchung für eine Abstimmung zugunsteneiner Lostrennung von Deutschland zu schaffen. Demverkrüppelten und verstümmelten Deutschland , das nachdiesen Bedingungen bleiben würde, werden zu dengewaltigsten eigenen Kriegslasten eine untragbareBürde und schwere Fesseln für seine wirtschaftliche Be-tätigung auferlegt; die Gebiete aber, die von Deutschland losgetrennt werden oder sich im Wege der Volksabstim-mung selbst lostrennen, stellt man in dem neuen Staatsver-band von diesen Lasten frei, um so auf dem Wege nie-drigster Bestechung deutsche Volks,teile zur Abkehr vomDeutschen Reich und der deutschen Volksgemeinschaft zuveranlassen. In dieser teuflischen Absicht haben unsereFeinde den Bogen so weit überspannt, daß sogar Dänemark ,das durch Schleswig beglückt werden soll, Einspruch er-hebt. Gewiß wünscht Dänemark den vorwiegend dänischbevölkerten Teil von Nord-Schleswig zurückzuerhalten;aber das dänische Volk sträubt sich in seiner großen Mehr-heit gegen die Aufnahme der vorwiegend oder ausschließ-lich deutsch bevölkerten Gebiete von Mittel- und Süd-Schleswig, von denen es eine auf die Dauer für Dänemark verhängnisvolle deutsche Irredenta fürchtet. Das IdeineDänemark hat aus der Geschichte mehr gelernt als diealliierten und assoziierten Hauptmächte".

Danzig .

Aber trotz aller Versuchungen, die sie zu schaffen, undallen Druckes, den sie auszuüben entschlossen sind, genügtdiese Art von Volksabstimmung unseren Feinden nicht, umsie ihrer Beute zu versichern.