— 7 —
Unsere Feinde wissen, daß die alte deutsche StadtD a n z i g durch kein Blendwerk der Hölle dazu gebrachtwerden kann, sich vom Reich zu trennen und an Polen anzuschließen. Die einmütige Stimme des Protestes derDanziger Bevölkerung gegen das ihrer Stadt zugedachteSchicksal war so laut, daß sie auch in Versailles nicht über-hört werden konnte. Und Herr Wilson hatte mit zu großerEmphase das Selbstbestimmungsrecht der Völker und.Volksbestandteile zum Grundstein seiner neuen Welt-ordnung erklärt!
Man hat sich in Versailles geholfen. Man hat Danzig und seine Umgebung zu einem „Freistaat" gemacht, dessen„Freiheit" bezeichnend ist für das, was die Väter diesesWeltfriedens und des Völkerbundes unter den Begriff derFreiheit bringen können.
Die Freiheit dieses Freistaates besteht zunächst darin,daß die zu 98 vom Hundert deutsche Bevölkerung seinesGebietes in ihren wichtigsten Lebensfragen keinerlei Rechtder Mitbestimmung hat.
Der Freistaat wird regiert von einem „Oberkommissardes „Völkerbundes", der, wenn es dem „Völkerbund", derzunächst nur aus unseren Feinden besteht, so gefällt, einPole sein kann. Die Verfassung des Freistaates wird aus-gearbeitet nicht etwa von einer gewählten Vertretung derBevölkerung, wie es den hochgepriesenen demokratischenGrundsätzen unserer Feinde entsprechen würde, sondernvon „ordnungsmäßig ernannten Vertretern" des Freistaatesim Einvernehmen mit dem Oberkommissar. Wer zu er-nennen hat, und was ordnungsmäßig ist, bleibt dahingestellt,d. h. dem Ermessen des Oberkommissars oder unserenFeinden im Völkerbund überlassen. Im voraus aber wirdin den Friedensbedingungen über diesen Freistaat u. a.folgendes festgelegt:
Die polnische Regierung übernimmt die Vertretungdes Freistaates Danzig in ihren auswärtigen Angelegen-heiten, wozu auch ihre Beziehungen zu Deutschland gehören.