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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
Entstehung
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Fünftel unserer Produktion an Zink und fastdrei Viertel unserer Gewinnung an Eisen-erzen. Fast die ganze Erzeugung der für unsere .Land-wirtschaft so wichtigen Thomasschlacke geht indie Hände der Franzosen über. Wir werden als,o nichtnur an Gebiet und Bevölkerung, sondern mehr nochin unserer wirtschaftlichen Lebensfähigkeit durch denLänderraub, den diese Friedensbedingungen sanktionierensollen, zum Krüppel geschlagen.

Unsere österreichischen Brüder aber, diemit uns ein Fleisch und ein Blut sind, dienachdem die Zertrümmerung der Donaumonarchie sieaus ihrer Bindung an volksfremde Gruppen befreithat, mit allen Fasern ihres Herzens zu uns streben sie werden zu Hunderttausenden den Tschecho-Slowaken und den Italienern ausgeliefert. Der Restsoll einen unabhängigen Staat bilden, von dem in denFriedensbedingungen nur eines festgelegt wird: daß seineUnabhängigkeit von Deutschland alsunabänderlich" aner-kannt wird, d. h. daß er entgegen seinem Willen für alleZeit von Deutschland getrennt bleiben muß.

Militärische Ohnmacht.

Dieses verkrüppelte und verstümmelte Deutschland soll zu Lande, zu Wasser und in der Luft im dauernden Zu-stand völliger Ohnmacht gehalten werden.

Das deutscheHeer".

Im Verlauf zweier Monate nach dem Inkrafttreten desFriedensvertrages soll die Gesamtstärke des deutschenHeeres auf 100 000 Mann zurückgebracht werden und darfnicht mehr als 7 Infanterie- und 3 Kavallerie-Divisionen um-fassen, deren Zusammensetzung und Stärke genau vorge-schrieben wird. Wir dürfen nicht mehr als zwei General-kommandos halten. Der Generalstab wird aufgelöst. DasPersonal des Zollwächterdienstes, des Forst- und Küsten-schutzes, der Gendarmerie und der Polizei darf nicht ver-