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land vorhandenen Beständen von der betreffenden Regie-rung gewünscht wird;
b) Stoffe zum Wiederaufbau, wie Steine, Ziegel, Bau-holz, Fensterglas, Stahl, Kalk, Zement, ferner Maschinen,Heizeinrichtungen, Möbel und andere Gegenstände, dieunsere Feinde in Deutschland hergestellt und zum Wieder-aufbau der betroffenen Gebiete geliefert zu sehen wünschen.
Bei der Aufstellung dieser Listen soll die Kommission„den inneren Bedürfnissen Deutschlands soweit Rechnungtragen, wie es zur Aufrechterhaltung des sozialen und wirt-schaftlichen Lebens Deutschlands notwendig sein wird".Sie soll dabei „das allgemeine Interesse berücksichtigen,das die alliierten und assoziierten Regierungen daran haben,das gewerbliche Leben Deutschlands nicht soweit zustören, daß ihm die Möglichkeit, die anderen Wiederher-stellungsverpflichtungen zu erfüllen, genommen wird".Zynischer als in diesem letzten Satz kann kaum einge-standen werden, daß unsere Feinde dem deutschen Volkvon seinem Eigentum und seiner Arbeit nur gerade soviellassen wollen, daß es weiter für sie arbeiten kann.
Was wir von dieser Auflage zu erwarten haben, zeigeneinige Einzelheiten.
Die „Abschlagszahlung" auf die Viehlieferung.
Als „unmittelbare Abschlagszahlung" auf die zu lie-fernden Tiere soll Deutschland innerhalb von 3 Monatenan Frankreich und Belgien 140 000 Milchkühe, 4000 Stiere,40 000 Stück junges Rindvieh, 700 Zuchthengste, 40000Stutenfüllen und Stuten, 1200 Schafböcke, 120 000 Schafe,10 000 Ziegen und 15 000 Mutterschweine liefern.
Als unmittelbare Abschlagszahlungen und innerhalbvon drei Monaten! Nicht etwa als Gesamtleistung, wie nachden ersten Preßauszügen vielfach irrtümlich angenommenwird. Wenn wir die Friedensbedingungen unterschreiben,dann stehen uns weitere derartige Auflagen bevor. DieKommission für Wiedergutmachung hat es in der Hand,solche Lieferungen nach ihrem Ermessen vorzuschreiben.
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