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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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Nahrungsmitteln aus dem Ausland ernährt wurde. UnsereFeinde wissen so gut wie ich, daß sie viele Millionen derheutigen deutschen Bevölkerung zum Verkommen und Ab-sterben durch Hunger und Elend verurteilen, wenn siedie Quellen verstopfen, aus denen unserm Volk bisherArbeit und Brot geflossen ist. Die leitenden Staatsmännerunserer Feinde müßten nicht die klugen und weitblicken-den Männer sein, als die sie sich bisher erwiesen haben,wenn sie diese Wirkung nicht in ihre Berechnung ein-gestellt hätten. Ich kann mir denken, daß neben der Ver-stümmelung des Deutschen Reiches, neben der Zertrüm-merung unserer politischen und militärischen Macht, nebender Vernichtung unseres Außenhandels und unserer wirt-schaftlichen Stützpunkte auf dem Kontinent und über See,neben der Zerstörung unseres Wohlstandes und unsererwirtschaftlichen Kräfte daß neben all' dem gerade einHerabdrücken der uns verbleibenden 60 Millionen Ein-wohner auf und unter den Stand der 40 Millionen Fran-zosen den Leuten eine erwünschte und gewollte Wirkungsein könnte, deren größter Albdruck in den letzten Jahr-zehnten der Stillstand der französischen und das Wachstumder deutschen Bevölkerung gewesen ist. Ich weiß auch,daß in der Politik weder der Gallier noch der Angelsachsedie Sentimentalität zu verlernen braucht, weil er sie niegekannt ha£

Aus allen diesen Gründen verzichte ich darauf, unsereFeinde belehren und bekehren zu wollen. Ich wendemich nicht an unsere Feinde. Ich wendemich an das deutsche Volk. Denn dasdeutsche Volk muß wissen, was für ein Los ihmzugedacht ist. Es muß wissen, daß es sich, auchwenn in den Friedensbedingungen von Geld und Geldes-wert die Rede ist, nicht nur um eine Sache der Wohlhaben-den und Reichen handelt, sondern ebenso gut um die Sachedes Arbeiters, dessen einziger Reichtum seine Hände sind.Das deutsche Volk muß wissen, daß es unseren Feindennicht nur darauf ankommt, sich an dem deutschen Gut zu