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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
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erholen und zu bereichern, sondern daß sie die Vernich-tung der deutschen Wirtschaft und die ausbeuterische Be-herrschung der deutschen Arbeitskräfte, ja die Abdrosse-lung der deutschen Volkszahl durch Hunger und Elendals Ziel verfolgen. Jede Zeile der Friedensbedingungenzeigt, daß unsere Feinde über den Friedensschluß hinausgegen uns einen Vernichlungskrieg führen wollen und daßder Friede, dessen Unterzeichnung sie von unserer Regie-rung verlangen, ihnen das Vernichtungswerk des Kriegesvollenden soll.

Wir sollen werden ein Volk von Ehrlosen und Wehr-losen, ein Volk von Knechten und Bettlern, ein Volk ohneRecht und ohne Zukunft. Die Friedensbedingungen sindein körperliches und moralisches Todesurteil. Man mutetdem deutschen Volke zu, was man dem schwersten Ver-brecher nicht ansinnt, daß es sein eigenes Todesurteil be-stätigen und unterschreiben soll.

Deshalb sage ich mit Scheidemann: Die Hand sollverdorren, die ihre Unterschrift unterdiesen Frieden setzt!

Herr Wilson als Garant.

Von allen Anklagen, die unsere Feinde gegen uns er-heben, haben sie als Hüter von Recht und Moral am lautestenbetont den Bruch internationaler Verträge durch unserenEinmarsch in Belgien . Die Heiligkeit inter-nationaler Verträge hat namentlich HerrWilson stets gegen uns im Munde geführt. Um dieHeiligkeit der Verträge zu sichern, soll der Völkerbundgegründet werden, und wegen Verletzung der geheiligtenMacht der Verträge soll Kaiser Wilhelm II. von unserenFeinden abgeurteilt werden.

Jetzt ist es die Heiligkeit der Verträgeund die Ehre des Wortes im internatio-nalen Verkehr, die wir gegen die ixnsag-bare Gewalt anrufen, die unsere Feindeuns antun wollen.